Mühlenkreiskliniken schließen Informationskampagne zu Krankenhausneubauten ab
Kreis Minden-Lübbecke und Klinikverbund werben für Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft
Nach mehreren Wochen intensiver Information und Diskussion haben die Mühlenkreiskliniken und der Kreis Minden-Lübbecke ihre Dialogkampagne zu den geplanten Krankenhausneubauten abgeschlossen. Mit insgesamt 24 öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen sollten Mitarbeitende, Bürgerinnen und Bürger sowie politische Entscheidungsträger umfassend über die geplante Neustrukturierung der Krankenhausversorgung informiert werden. Nun beginnt die politische Entscheidungsphase.
Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken Ali Doğan zieht eine positive Bilanz der Informationsinitiative: „Wir haben erklärt, diskutiert und zugehört. Wir haben Fragen beantwortet, Kritik aufgenommen und unsere Planungen transparent offengelegt.“ Nach Einschätzung des Kreises und des Klinikverbunds wurde damit eine umfassende Grundlage für die bevorstehenden politischen Entscheidungen geschaffen.
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Bürgerdialoge und Gutachten als Grundlage für Entscheidungsprozess
Im Mittelpunkt der Informationskampagne standen Bürgerdialoge in Lübbecke, Espelkamp, Bad Oeynhausen und Minden. Fachleute und Verantwortliche erläuterten dort über mehrere Stunden die medizinischen, wirtschaftlichen und baulichen Hintergründe der geplanten Krankenhausneubauten.
Die Veranstaltungen wurden ergänzt durch zahlreiche veröffentlichte Gutachten, Präsentationen, Erklärvideos, Fragen-und-Antworten-Dokumente sowie Hintergrundinformationen auf der Projektwebsite. Die Bürgerdialoge aus Lübbecke, Espelkamp und Bad Oeynhausen wurden aufgezeichnet und dauerhaft online zur Verfügung gestellt.
Nach Darstellung der Mühlenkreiskliniken soll damit allen Interessierten ermöglicht werden, sich unabhängig über die geplanten Veränderungen der Krankenhausstruktur zu informieren.
Konzentration von fünf auf drei Standorte geplant
Die geplante Neuausrichtung sieht eine Konzentration der bisherigen Krankenhausstruktur vor. Künftig sollen fünf Krankenhausstandorte auf drei leistungsfähige Standorte gebündelt werden. Hintergrund sind die bundesweiten Veränderungen im Gesundheitswesen: Die Krankenhausreform, der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen und wirtschaftlicher Druck verändern nach Einschätzung der Verantwortlichen die Rahmenbedingungen für Kliniken erheblich.
„Wir konnten deutlich machen, dass die Krankenhauslandschaft sich in den nächsten Jahren massiv verändern wird“, erklärt Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier. Nach seinen Angaben könnten bundesweit 30 bis 40 Prozent der Krankenhäuser wegfallen. Mit der geplanten Konzentration bestehe für den Kreis Minden-Lübbecke die Möglichkeit, die Entwicklung aktiv zu gestalten.
Ohne eine strategische Neuausrichtung bestehe hingegen das Risiko, dass langfristig nur noch ein Krankenhausstandort im Kreisgebiet bestehen könne, so Bornemeier.
Diskussion um Standort Lübbecke
Während die Planungen in vielen politischen Gremien breite Unterstützung gefunden hätten, konzentriert sich die Kritik insbesondere auf den Standort Lübbecke. Dort gibt es weiterhin Sorgen vor dem Verlust des bisherigen Krankenhausstandorts.
Landrat Ali Doğan zeigt Verständnis für die emotional geführte Debatte, warnt jedoch vor einer rein lokalen Betrachtung. „Es geht nicht um Lübbecke, Espelkamp, Bad Oeynhausen oder Minden. Es geht um die medizinische Versorgung von mehr als 300.000 Menschen im gesamten Mühlenkreis“, betont Doğan.
Die Entscheidung müsse sich aus Sicht des Landrats an medizinischen Kriterien, Versorgungsqualität und wirtschaftlicher Verantwortung orientieren.
Politische Entscheidung steht bevor
Mit dem Abschluss der Informationskampagne beginnt nun die entscheidende politische Phase. Die Verantwortlichen von Kreis und Mühlenkreiskliniken sehen alle notwendigen Informationen als veröffentlicht an.
„Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, auf Grundlage der Fakten zu entscheiden“, erklärt Doğan. Die Entscheidung über die Zukunft der Krankenhauslandschaft im Mühlenkreis liegt nun beim demokratisch gewählten Kreistag.
Die geplanten Neubauten sind Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung der regionalen Krankenhausversorgung. Ziel ist es, angesichts veränderter Rahmenbedingungen langfristig leistungsfähige und wirtschaftlich stabile Strukturen zu schaffen.




