Krankenhausneubauten im Mühlenkreis gehen in entscheidende Phase

Kreis Minden-Lübbecke legt Fahrplan für Bürgerdialog und Kreistagsentscheidung im September vor

Der Kreis Minden-Lübbecke und die Mühlenkreiskliniken haben den weiteren Zeitplan für die geplanten Krankenhausneubauten in Bad Oeynhausen und dem Lübbecker Land vorgestellt. Ziel ist es, die Entscheidung über die zukünftige Krankenhausstruktur bis zum 14. September 2026 im Kreistag herbeizuführen.

Den formalen Auftakt bildet die Einbringung der Beschlussvorlage am 29. Juni 2026. Im Anschluss folgt eine mehrstufige politische und öffentliche Beratungsphase, in der sowohl kommunale Gremien als auch Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden sollen. Nach Angaben des Kreises soll der gesamte Prozess transparent, nachvollziehbar und dialogorientiert gestaltet werden.

Im Zentrum der Planungen stehen die Standorte Bad Oeynhausen sowie die Region Lübbecker Land. Dort sind Neubauten beziehungsweise strukturelle Anpassungen vorgesehen, um die stationäre Versorgung langfristig zu sichern. Besonders hervorgehoben wird dabei die geplante bauliche Weiterentwicklung der Auguste-Viktoria-Klinik, die künftig stärker in ein konsolidiertes Versorgungsmodell eingebunden werden soll.

Kreistagsbeschluss und Verwaltung betonen, dass die bestehenden Klinikstrukturen an mehreren Standorten weder baulich noch medizinstrategisch zukunftsfähig seien. Ziel sei daher eine Konzentration medizinischer Leistungen in modernisierten Strukturen. Unterstützt wird diese Einschätzung durch mehrere Gutachten, die im Verlauf des Prozesses öffentlich gemacht wurden.

Ein zentraler Bestandteil des weiteren Verfahrens ist ein umfassender Bürgerdialog mit vier Informationsveranstaltungen im Juni 2026. Parallel sollen die Planungen in zahlreichen Rats- und Ausschusssitzungen der Kommunen vorgestellt werden. Zusätzlich sind interne Informationsformate für Beschäftigte der Kliniken und der Kreisverwaltung vorgesehen.

Politisch wird das Projekt unterschiedlich bewertet, wobei insbesondere die Notwendigkeit einer strukturellen Anpassung des Krankenhausangebots im Vordergrund steht. Vertreter der beteiligten Städte betonen sowohl Chancen für eine zukunftssichere Versorgung als auch unvermeidbare strukturelle Einschnitte. Gleichzeitig verweist die Klinikleitung auf die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen sowie auf eine Förderzusage in Höhe von 178 Millionen Euro.

Der Zeitplan zeigt, dass die Krankenhausreform auf Kreisebene in eine entscheidende Phase eintritt. Die kommenden Monate werden darüber bestimmen, wie sich die stationäre Versorgung im Mühlenkreis langfristig strukturell neu ausrichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert