Vivantes bekräftigt Angebot zur TVöD-Angleichung bei Tochtergesellschaften
Klinikverbund hält an Stufenmodell fest und kritisiert Warnstreiks trotz Sanierungsphase
Der kommunale Klinikkonzern Vivantes hat sein Angebot zur vollständigen Angleichung der Entgelte der Tochtergesellschaften an den TVöD bekräftigt. In den am 3. Februar 2026 fortgesetzten Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di bestätigte Vivantes das bereits zum Verhandlungsauftakt vorgelegte Stufenmodell. Ungeachtet dessen wies ver.di das Angebot als unzureichend zurück und rief zu Warnstreiks auf.
Nach Angaben von Vivantes sieht das Angebot vor, die Tabellenentgelte innerhalb von vier Jahren vollständig auf 100 Prozent TVöD-Niveau anzuheben. Bereits im Jahr 2026 lägen die Entgelte damit um bis zu neun Prozent über dem Niveau der Charité Facility Management (CFM), einer vergleichbaren Tochtergesellschaft der Charité.
Vivantes-Geschäftsführerin für Personalmanagement Dorothea Schmidt erklärte, das Angebot bedeute für die Beschäftigten durchschnittlich 6,8 Prozent mehr Entgelt im Jahr 2026, in unteren Entgeltgruppen sogar bis zu 8 Prozent. Insgesamt umfasse das Angebot ein Entgeltvolumen von rund 50 Millionen Euro.
Wirtschaftliche Lage und Sanierung im Hintergrund
Vivantes verweist in diesem Zusammenhang auf die angespannte wirtschaftliche Lage des Konzerns. Das Unternehmen befindet sich in einer tiefgreifenden Sanierungsphase und verzeichnet weiterhin ein strukturelles Defizit von über 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat hatte im Sommer 2024 ein Sanierungskonzept beschlossen, das eine Defizitreduzierung um 110 Millionen Euro bis 2029 vorsieht. Vor diesem Hintergrund äußert Vivantes kein Verständnis für Warnstreiks. Diese könnten die wirtschaftliche Stabilisierung der Tochtergesellschaften und des Gesamtkonzerns gefährden. Zugleich betont das Unternehmen seine fortbestehende Gesprächsbereitschaft und fordert ver.di zu konstruktiven Verhandlungen auf Basis des vorliegenden Angebots auf.
Hintergrund der Tarifverhandlungen
ver.di hatte die Tarifverträge für die Vivantes-Tochtergesellschaften fristgerecht zum Jahresende 2025 gekündigt. Betroffen sind rund 2.200 Beschäftigte in Bereichen wie Gastronomie, Logistik, Reinigung, Technik, Rehabilitation und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Bereits bislang orientieren sich die Tarifverträge in weiten Teilen an den Regelungen des TVöD BT-K.






