KHAG: Warken lockert Lauterbachs Krankenhausreform – Ökonomen warnen vor Milliardenverlusten
Kritik an geplanten Ausnahmen und Entschärfung der Qualitätsstandards sorgt für Debatte um Effizienz und Spezialisierung
Die geplante Anpassung der Krankenhausreform durch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sorgt für Kontroversen, berichtet der SPIEGEL. Ziel des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) ist es, die Krankenhauslandschaft zu verschlanken, Spezialisierung zu fördern und die Versorgungsqualität zu steigern. Warken will die Vorgaben ihres Vorgängers Karl Lauterbach (SPD) jedoch lockern. Experten warnen nun vor erheblichen finanziellen und strukturellen Risiken.
Die ursprüngliche Reform von Lauterbach, das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), trat 2024 in Kraft. Laut RWI-Leitautor Christian Karagiannidis könnten durch die geplanten Ausnahmen bis zu neun Milliarden Euro pro Jahr an Einsparungen verloren gehen. Die Zahl der Kliniken soll von aktuell rund 1.600 auf etwa 1.000 reduziert werden, um medizinische Routine, Spezialisierung und Kosteneffizienz zu steigern.
Karagiannidis: „…Kliniken bleiben teuer und uneinheitlich ausgestattet, Fusionen zwischen nahegelegenen Standorten verschieben nur bestehende Ineffizienzen.“






