Vivantes legt Tarifangebot für Tochtergesellschaften vor
Stufenweise Angleichung an 100 Prozent TVöD bis 2030 und Gesundheitstarifvertrag im Fokus
Der kommunale Klinikkonzern Vivantes hat zum Auftakt der Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Ver.di ein umfassendes Angebot für seine Tochtergesellschaften vorgelegt. Ziel ist eine stufenweise Angleichung der Tabellenentgelte an den TVöD-K bis zum 1. Januar 2030. Zudem schlägt Vivantes den Abschluss eines Gesundheitstarifvertrags vor und drängt auf ein beschleunigtes Verhandlungsverfahren.
Wie Vivantes in einer Pressemitteilung vom 14. Januar 2026 mitteilt, begannen die Verhandlungen zur Fortführung der Tarifverträge für die Tochterunternehmen am selben Tag. Ver.di hatte die bestehenden Tarifverträge nach vierjähriger Laufzeit fristgerecht zum Ende des Jahres 2025 gekündigt. Betroffen sind rund 2.200 Beschäftigte unter anderem in den Bereichen Gastronomie, Logistik, Reinigung, Technik, Rehabilitation sowie in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).
Bereits heute orientieren sich die Tarifverträge der Tochtergesellschaften in wesentlichen Teilen am TVöD BT-K, sowohl im Manteltarifvertrag als auch bei Eingruppierung und Entgelten. Das nun vorgelegte Angebot sieht eine weitere Annäherung bis zur vollständigen Angleichung vor. Für das laufende Jahr bedeutet dies nach Angaben von Vivantes eine Erhöhung der Entgelttabellen um insgesamt 6,8 Prozent.
Um rasch zu einer Einigung zu gelangen, schlägt Vivantes vor, die Verhandlungen ab dem 19. Januar 2026 an jedem zweiten Werktag fortzuführen. Flankierend hält der Konzern eine temporäre Friedenspflicht für sinnvoll, um Arbeitskampfmaßnahmen während der intensiven Verhandlungsphase zu vermeiden.
Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement bei Vivantes, erklärt dazu:
„Mit dem im heutigen Verhandlungsauftakt vorgelegten Angebot setzen wir den bereits seit mehreren Jahren eingeschlagenen Weg zur Angleichung an den TVöD konsequent fort.“ In der aktuellen Situation sei es entscheidend, „in zügigen, fairen und konstruktiven Verhandlungen sehr zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden – für unsere Beschäftigten und für Berlin“.
Vivantes versorgt mit mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 730.000 Patientinnen und Patienten, steht jedoch weiterhin vor einem hohen strukturellen Defizit. Vor diesem Hintergrund hatte der Aufsichtsrat des Konzerns im Sommer 2024 ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Dieses sieht eine stufenweise Reduzierung des Defizits um 110 Millionen Euro bis 2029 vor.




