Charité: Pflege-Tarifforderungen könnten Stellenabbau auslösen
Bis zu 700 zusätzliche Pflegekräfte würden laut Universitätsmedizin mehr als 60 Millionen Euro kosten – zugleich rechnet die Charité mit einem Finanzierungsausfall von rund 80 Millionen Euro
Im Tarifkonflikt um einen neuen Entlastungstarifvertrag für die Pflege warnt die Charité – Universitätsmedizin Berlin vor erheblichen finanziellen Folgen. Nach Berechnungen der Charité würden die aktuellen Forderungen von ver.di bis zu 700 zusätzliche Pflegefachkräfte und Mehrkosten von über 60 Millionen Euro bedeuten. Gleichzeitig erwartet die Universitätsmedizin infolge neuer bundesgesetzlicher Regelungen einen Finanzierungsausfall von rund 80 Millionen Euro.
Die Charité befürchtet deshalb, dass zusätzliche Personalkosten zu Einsparungen bei anderen Berufsgruppen führen könnten. Damit könnten nach Darstellung des Klinikums auch Auswirkungen auf die Patientenversorgung verbunden sein. Ver.di wird aufgefordert, die Forderungen an die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen.
Nach Angaben der Charité wurden in den vergangenen fünf Jahren rund 1.100 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt. Diesen Personalaufbau wolle man sichern, erklärte Personal- und Pflegevorständin Carla Eysel. Die zusätzlich geforderten Stellen seien unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen aus Sicht der Charité jedoch nicht dauerhaft finanzierbar.
Für die angekündigten Streiks organisiert die Charité die Patientenversorgung auf Grundlage der gerichtlich festgelegten Notdienstbesetzung. Planbare Behandlungen werden abgesagt und OP-Kapazitäten eingeschränkt. Bereits Anfang September hatte das Arbeitsgericht Berlin die von der Charité beantragte Notdienstbesetzung für damalige Streiktage bestätigt.




