Tarifverhandlungen bei Paracelsus-Kliniken: Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeberangebot als unzureichend

Entgeltsteigerungen und Mindestbeträge im Fokus – weitere Gespräche im April geplant

Bei den laufenden Tarifverhandlungen in den Paracelsus-Kliniken Deutschland hat die Gewerkschaft das aktuelle Arbeitgeberangebot deutlich kritisiert. Nach der zweiten Verhandlungsrunde bewerten Arbeitnehmervertreter die vorgeschlagenen Entgeltsteigerungen als nicht ausreichend und fordern insbesondere einen spürbaren Mindestbetrag für alle Beschäftigten.

Konkret sieht das Angebot des Arbeitgebers für das Jahr 2026 zwei Erhöhungsschritte von jeweils einem Prozent sowie für 2027 eine weitere Steigerung von zwei Prozent vor. Aus Sicht der Gewerkschaft seien diese Anpassungen vor dem Hintergrund der Inflation und der Preisentwicklung im unteren und mittleren Einkommenssegment nicht ausreichend, um reale Einkommensverbesserungen zu erreichen.

Zwar wird von Arbeitnehmerseite positiv hervorgehoben, dass erstmals eine Regelung zur Zulage für langjährig Beschäftigte sowie zur Entwicklung der Jahressonderzahlung auf dem Tisch liegt. Diese Punkte waren laut Gewerkschaft auch in der Beschäftigtenbefragung von großer Bedeutung. Ebenfalls begrüßt wird die Fortführung bestehender tariflicher Regelungen wie des sogenannten ver.di-Vorteils.

Kritik richtet sich jedoch gegen die geringe Dynamik der Entgeltentwicklung. Nach Berechnungen der Arbeitnehmervertretung würden die vorgesehenen Anpassungen in niedrigeren Entgeltgruppen nur zu monatlichen Mehrbeträgen im unteren zweistelligen Bereich führen. Dies werde der aktuellen wirtschaftlichen Belastungssituation vieler Beschäftigter nicht gerecht.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Entgeltstruktur in unteren Eingruppierungen. Nach Gewerkschaftsangaben sind in bestimmten Entgeltgruppen die ersten Erfahrungsstufen identisch, sodass Beschäftigte in den ersten Berufsjahren trotz zunehmender Erfahrung keine Gehaltssteigerung erhalten. Zudem wird eine bessere Eingruppierung von Auszubildenden nach erfolgreicher Übernahme gefordert.

Die Gewerkschaft betont, dass insbesondere ein zusätzlicher Mindestbetrag entscheidend sei, um die unteren Einkommen wirksam zu stärken. Ohne eine entsprechende Nachbesserung sei eine Einigung auf Grundlage des bisherigen Angebots nicht absehbar.

Die Tarifverhandlungen sollen am 16. April 2026 in Berlin fortgesetzt werden. Bis dahin kündigt die Arbeitnehmerseite weiteren Verhandlungsdruck an, um Verbesserungen bei den unteren Entgeltgruppen zu erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert