Helios-Klinikum Dachau: Kreistagsfraktionen fordern Aufklärung nach Berichten über Pflegemängel

CSU, SPD und Freie Wähler reagieren auf Vorwürfe zu Pflege, Hygiene und Patientenversorgung – Helios kündigt Wechsel in der Pflegedirektion an

Nach Berichten über mögliche Missstände im Helios Amper-Klinikum Dachau wächst der politische Druck auf die Klinikleitung. Wie die TZ berichtet, fordern CSU, SPD und Freie Wähler im Kreistag Dachau umfassende Aufklärung über Vorwürfe zu Medikamentenverwechslungen, Hygienemängeln und Defiziten in der pflegerischen sowie ärztlichen Versorgung. Parallel dazu hat der Klinikbetreiber einen Wechsel in der Pflegedirektion angekündigt.

Die Diskussion um die Versorgungsqualität am Krankenhaus beschäftigt inzwischen mehrere Kreistagsfraktionen. Hintergrund sind Berichte von Patienten und Angehörigen, die wiederholt auf Probleme in der Pflege und Betreuung hingewiesen haben sollen. Die Fraktionen sehen darin ein ernstzunehmendes Signal für möglichen Handlungsbedarf im operativen Klinikbetrieb.

Die CSU-Kreistagsfraktion äußerte sich nach eigenen Angaben „äußerst besorgt“ über die wiederkehrenden Berichte zu pflegerischen Vorfällen. Bereits im Frühjahr hatte die Fraktion einen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Pflegesituation gefordert. Nun richtet sie ihre Erwartungen an den neuen Klinikgeschäftsführer Dominik Teich, der seit rund 100 Tagen im Amt ist. Nach Angaben der CSU betreffen die Beschwerden vor allem operative Abläufe, auf die der Landkreis als Gesellschafter nur begrenzten Einfluss habe.

Auch die SPD fordert konkrete Konsequenzen. Die Fraktion hat einen formellen Antrag eingebracht, der eine umfassende Prüfung möglicher Verstöße gegen Pflegepersonaluntergrenzen vorsieht. Zudem soll die Klinikleitung darlegen, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation geplant sind. Darüber hinaus fordert die SPD eine Prüfung durch die Regierung von Oberbayern, ob der Versorgungsauftrag des Krankenhauses uneingeschränkt erfüllt wird. Aus Sicht der Fraktion steht die sichere medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt.

Die Freien Wähler verweisen ebenfalls auf zahlreiche Schilderungen von Betroffenen und Angehörigen. Nach Einschätzung der Fraktion könnten die Vorwürfe nicht ignoriert werden. Gleichzeitig betonen die Freien Wähler die Bedeutung der Mitarbeitenden im Klinikum und sehen insbesondere beim Beschwerdemanagement Verbesserungsbedarf. Gefordert werden eine zeitnahe Sitzung des Klinikbeirats sowie eine umfassende Überprüfung der bestehenden Beschwerdeprozesse.

Während die politischen Forderungen zunehmen, hat der Klinikbetreiber personelle Veränderungen angekündigt. Ab dem 1. Juli übernimmt Thomas Wähner die Pflegedirektion für die Standorte Dachau und Indersdorf.

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