Bundesweiter Streiktag im Gesundheitswesen: Warnstreiks an NRW-Unikliniken
Beschäftigte in sechs Universitätsstädten fordern Angleichung an kommunale Tarifstrukturen und erhöhen Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde
Im Rahmen der laufenden Länder-Tarifrunde beteiligen sich die Beschäftigten der sechs nordrhein-westfälischen Universitätskliniken am Dienstag, den 27. Januar 2026, am bundesweiten Branchenstreiktag im Gesundheitswesen. Da die Arbeitgeberseite bislang kein Angebot vorgelegt hat, drohen an den Standorten Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster signifikante Einschränkungen im Klinikbetrieb bei gleichzeitig garantierter Notfallversorgung.
Wie die Gewerkschaft ver.di in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gab, weiten die Beschäftigten der Unikliniken in Nordrhein-Westfalen ihren Protest aus. Hintergrund ist die zweite Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vom 15. und 16. Januar, die ohne Ergebnis blieb. Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di in NRW, bezeichnete das Ausbleiben eines belastbaren Angebots als „inakzeptabel“. Die Verantwortung für die nun folgenden Warnstreiks liege allein bei den Arbeitgebern.
Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Entgeltstrukturen
Ein zentraler Streitpunkt ist das Lohngefälle zwischen den Universitätskliniken und den kommunalen Häusern. Bethke betonte, es sei nicht vermittelbar, dass Personal an Unikliniken schlechter bezahlt werde als in kommunalen Krankenhäusern: „Wer Spitzenmedizin erwartet, muss auch Spitzenarbeitsbedingungen bieten.“ Die Gewerkschaft fordert daher den Anschluss an die allgemeine Tarifentwicklung, um die Abwanderung von Fachkräften zu verhindern.
Auswirkungen auf den Klinikbetrieb
Die Streikmaßnahmen sind an den Standorten Aachen, Bonn, Essen, Köln und Münster für den 27. Januar angesetzt, wobei sich die Düsseldorfer Belegschaft den Aktionen in Essen anschließt. Für den 28. Januar sind zudem bereits Folgemaßnahmen angekündigt. Während die Notfallversorgung durch entsprechende Vereinbarungen sichergestellt bleibt, müssen sich Klinikmanagement und Patienten auf Verschiebungen bei elektiven Eingriffen und ambulanten Terminen einstellen. Die Tarifverhandlungen werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt.






