Mehr Zeit für Patienten durch KI in der Pflege
Fachveranstaltung der Berliner Krankenhausgesellschaft zeigt Potenziale künstlicher Intelligenz zur Entlastung im Klinikalltag
Bei einer Fachveranstaltung der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) am 24. März 2026 stand der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Pflege im Mittelpunkt. Vertreter aus Politik, Versorgung und Industrie diskutierten, wie digitale Technologien den Dokumentationsaufwand reduzieren und mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung schaffen können.
Die Veranstaltung rückte insbesondere die Frage in den Fokus, wie KI-Anwendungen konkret in den klinischen Alltag integriert werden können. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Lösungen, die Prozesse in Krankenhäusern effizienter gestalten und gleichzeitig die Pflegekräfte entlasten sollen. Diskutiert wurde auch, welche regulatorischen Rahmenbedingungen und Investitionen notwendig sind, um eine flächendeckende Umsetzung zu ermöglichen.
Politische Impulse setzten unter anderem Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, sowie Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Beide betonten die Bedeutung von KI für die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Staffler hob hervor, dass der sinnvolle Einsatz von KI sowohl die Pflegequalität stärken als auch das Personal entlasten könne. Der aktuelle politische Rahmen zeige, dass der „Aufbruch begonnen habe“, nun sei jedoch pragmatisches Handeln erforderlich.
Dr. Severin Fischer unterstrich, dass KI den Klinikalltag grundlegend verändern werde. Neben der technologischen Innovation gehe es vor allem um konkrete Entlastungseffekte für Pflegekräfte und eine Verbesserung der Versorgungsqualität. Entscheidend sei dabei eine enge Verzahnung von Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sowie gezielte Investitionen in digitale Infrastruktur und Pilotprojekte.
Aus Sicht der Berliner Krankenhausgesellschaft wies Geschäftsführer Marc Schreiner darauf hin, dass KI insbesondere im Bereich der Pflegedokumentation erhebliche Potenziale biete. Durch den Abbau bürokratischer Belastungen könnten Arbeitsbedingungen verbessert und die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden. Gleichzeitig seien jedoch klare politische Rahmenbedingungen erforderlich. Dazu gehörten Rechtssicherheit, verbindliche Interoperabilitätsstandards sowie eine verlässliche Finanzierung, um KI-Lösungen dauerhaft in die Regelversorgung zu überführen.
Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten zudem mehrere Start-ups im sogenannten „Inno-Cluster“ ihre KI-basierten Anwendungen. Diese reichten von digitalem Entlassmanagement über sprachbasierte Pflegedokumentation bis hin zu Servicerobotik und Assistenzsystemen. Vertreter aus Pflege, Industrie und Versorgung diskutierten anschließend konkrete Einsatzmöglichkeiten im Klinikalltag.
Die Diskussion verdeutlichte insgesamt, dass KI im Gesundheitswesen zunehmend als strategisches Instrument zur Bewältigung des Fachkräftemangels und zur Optimierung von Versorgungsprozessen gesehen wird. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie schnell regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen angepasst werden können, um eine breite Implementierung zu ermöglichen.




