Dokumentationsaufwand belastet Kliniken zunehmend
Gesundheitsinformatikerin Ursula Hübner sieht Zielkonflikt zwischen Datenbedarf, Regulierung und begrenzten Ressourcen im Krankenhausmanagement
Der steigende Dokumentationsaufwand in Krankenhäusern ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Ursula Hübner Ausdruck eines grundlegenden Strukturkonflikts im Gesundheitswesen. Die Professorin für Medizinische und Krankenhausinformatik an der Hochschule Osnabrück ordnet die Entwicklung wissenschaftlich ein und verweist auf wachsende Anforderungen aus Versorgung, Regulierung und Forschung. Gleichzeitig fordert sie eine bewusste Priorisierung auf Managementebene, um Überlastungen in den Kliniken zu vermeiden.
Die Diskussion um die zunehmende Belastung durch Dokumentationspflichten in Krankenhäusern erhält durch die wissenschaftlichen Analysen von Prof. Dr. Ursula Hübner neue Impulse. Die Gesundheitsinformatikerin, die gemeinsam mit Prof. Dr. Jan-David Liebe das Forschungszentrum für Gesundheits- und Sozialinformatik an der Hochschule Osnabrück leitet, betrachtet Dokumentation nicht als bloßen Verwaltungsaufwand, sondern als integralen Bestandteil professioneller medizinischer und pflegerischer Versorgung.
Nach Auffassung Hübners erfüllt Dokumentation zunächst grundlegende Funktionen innerhalb der Versorgung. Sie dient sowohl der individuellen Gedächtnisstütze der Leistungserbringer als auch der Kommunikation zwischen Schichten, Berufsgruppen und Versorgungseinrichtungen. Dokumentation sei damit ein zentrales Instrument zur Sicherstellung von Kontinuität und Koordination im Behandlungsprozess.




