Saarland: Gesundheitswesen unter Reformdruck – vdek legt aktuelle Basisdaten vor

20 Krankenhäuser, hohe Apothekendichte und steigende Ausgaben prägen Versorgungslage im Saarland

Die Versorgungssituation im saarländischen Gesundheitswesen bleibt trotz wachsender finanzieller Belastungen vergleichsweise engmaschig. Nach den aktuellen Basisdaten des Gesundheitswesens des Verbands der Ersatzkassen (vdek) standen den Patientinnen und Patienten im Saarland im Jahr 2024 insgesamt 20 Krankenhäuser zur Verfügung. Die durchschnittliche Verweildauer bei stationären Aufenthalten lag bei 6,8 Tagen. Gleichzeitig weist das Saarland bundesweit eine der höchsten Apothekendichten auf.

Wie der vdek mitteilt, kamen 2024 im Saarland rund 227 Vertragsärztinnen und Vertragsärzte auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Arzneimittelversorgung standen 255 Apotheken zur Verfügung. Damit verfügt das Saarland nach Schleswig-Holstein über die höchste Apothekendichte Deutschlands bezogen auf die Einwohnerzahl je Apotheke.

Die Zahlen stammen aus den neu veröffentlichten „vdek-Basisdaten des Gesundheitswesens“, die der Verband nun bereits zum 30. Mal herausgegeben hat. Die Publikation bündelt aktuelle Statistiken zu Bevölkerung, Finanzierung, Krankenversicherung, Versorgung sowie sozialer Pflegeversicherung und gilt als wichtige Datengrundlage für gesundheitspolitische Reformdebatten.

Besonders deutlich wird in den aktuellen Daten der anhaltende Ausgabenanstieg im Gesundheitswesen. Bundesweit erhöhten sich die Leistungsausgaben innerhalb von zehn Jahren um 66,6 Prozent – von 202 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 336,43 Milliarden Euro im Jahr 2025. Für das laufende Jahr 2026 erwartet der vdek einen weiteren Anstieg auf rund 370 Milliarden Euro.

Den größten Ausgabenblock bildet weiterhin die stationäre Versorgung. Für 2025 werden hier bundesweit Kosten von 111,43 Milliarden Euro erwartet. Dahinter folgen Arzneimittelausgaben mit prognostizierten 58,1 Milliarden Euro sowie die ambulante Versorgung mit etwa 58,5 Milliarden Euro.

Die steigenden Gesundheitsausgaben wirken sich nach Angaben des vdek zunehmend auf die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Während der durchschnittliche Beitragssatz im Jahr 2019 noch bei 15,5 Prozent lag, stieg er bis 2026 auf 17,5 Prozent an. Auch die soziale Pflegeversicherung verzeichnet deutliche Beitragserhöhungen. Der allgemeine Beitragssatz stieg von 2,35 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 3,6 Prozent, für Kinderlose auf 4,2 Prozent.

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