Konfessionelle Klinikträger suchen neue Allianzen

CURA versammelt Klinikmanager in Dortmund zur Zukunft der Krankenhausversorgung

Die Umsetzung der Krankenhausreform und die anhaltend angespannte Finanzlage vieler Kliniken erhöhen den Druck auf konfessionelle Krankenhausverbünde. Vor diesem Hintergrund diskutierten Ende April rund 100 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus dem Krankenhaus- und Gesundheitswesen in Dortmund über strategische Kooperationen und neue Steuerungsmodelle. Eingeladen hatte die CURA gem. Beteiligungsgesellschaft mbH unter dem Leitthema „Zukunft im Dialog: Strategische Allianzen konfessioneller Träger für eine resiliente Gesundheitsversorgung“.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die strukturellen Herausforderungen der Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen sowie die wirtschaftliche Zukunft freigemeinnütziger und konfessioneller Träger. Nach Angaben der CURA nahmen Vertreter zahlreicher großer konfessioneller Krankenhausgruppen sowie eines privaten Klinikträgers an dem Treffen im Radisson Blu Hotel Dortmund teil.

CURA-Geschäftsführer Bernd Koch bezeichnete das Jahr 2026 als entscheidende Phase für konfessionelle Krankenhäuser. Einzelstrategien würden angesichts der tiefgreifenden Strukturveränderungen zunehmend an Grenzen stoßen. „Alleine wird es enger, gemeinsam wird es tragfähiger“, erklärte Koch mit Blick auf notwendige Kooperationen und Verbundlösungen.

Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser skizzierte Jens Thomsen in seinem Vortrag als „trügerische Ruhe vor dem Sturm“. Trotz einzelner finanzieller Entlastungen bestehe weiterhin eine erhebliche strukturelle Unterfinanzierung. Insbesondere freigemeinnützige Träger stünden angesichts steigender Kosten und begrenzter Erlösentwicklung vor erheblichen Herausforderungen. Thomsen warnte davor, die aktuelle Lage zu unterschätzen, und forderte konsequente wirtschaftliche Konsolidierungsmaßnahmen.

Für zusätzliche Impulse sorgte Dr. med. Mate Ivančić, der die Unterschiede zwischen privaten und konfessionellen Trägerstrukturen analysierte. Effizienz und professionelles Management stünden nicht im Widerspruch zu christlichen Werten, sondern seien Voraussetzung für die langfristige Sicherung des Versorgungsauftrags. Ivančić sprach sich insbesondere für die stärkere Zentralisierung administrativer Prozesse sowie standardisierte Beschaffungs- und Managementstrukturen aus. Entscheidend sei weniger die Trägerschaft als vielmehr die Fähigkeit, aktiv Veränderungen zu gestalten.

Die gesundheitspolitische Perspektive brachte Helmut Watzlawik ein. Er verwies auf die Vorreiterrolle Nordrhein-Westfalens bei der Umsetzung der Leistungsgruppenplanung und kündigte an, dass das Land bis 2035 Fördermittel in Höhe von rund zwölf Milliarden Euro für den Strukturwandel bereitstellen werde. Gleichzeitig gewinne die Krisenresilienz von Krankenhäusern zunehmend an Bedeutung. Kliniken müssten künftig stärker als kritische Infrastruktur und Bestandteil nationaler Sicherheitsvorsorge verstanden werden.

Zum Abschluss betonte CURA-Geschäftsführer Marcel Giefers die Bedeutung wirtschaftlicher Stabilität für die Zukunft konfessioneller Einrichtungen. Nur wirtschaftlich tragfähige Strukturen könnten langfristig den kirchlichen Versorgungsauftrag sichern. Strategische Allianzen und vernetzte Versorgungsmodelle seien deshalb zentrale Elemente für die Weiterentwicklung konfessioneller Krankenhausverbünde.

Die CURA begleitet nach eigenen Angaben derzeit 17 gemeinnützige Gesellschaften mit insgesamt 24 Plankrankenhäusern und mehr als 9.000 Planbetten. Mit einem kumulierten Umsatzvolumen von über drei Milliarden Euro zählt die Organisation zu den größeren konfessionellen Akteuren im deutschen Krankenhausmarkt.

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