AOK-Gesundheitsnavigator zeigt erstmals Krankenhaus-Leistungsgruppen

Neue Transparenz bei Klinikwahl in Nordrhein-Westfalen – Teil der Krankenhausreform werde sichtbar

Der Gesundheitsnavigator der AOK weist erstmals in Deutschland die den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen zugewiesenen Leistungsgruppen aus. Damit wird für Patientinnen und Patienten sowie einweisende Ärztinnen und Ärzte transparent, welche Kliniken für bestimmte Operationen und Behandlungen im Rahmen der Krankenhausplanung qualifiziert sind. Die Leistungsgruppen gelten als zentrales Element der Krankenhausreform und sollen die Spezialisierung und Qualität der stationären Versorgung stärken.

Nach Angaben der AOK werden die insgesamt 64 Leistungsgruppen automatisch angezeigt, wenn Nutzerinnen und Nutzer im Suchportal gezielt nach geeigneten Kliniken für geplante Eingriffe suchen. Dazu zählen unter anderem Bereiche wie Intensivmedizin, Allgemeine Innere Medizin oder Allgemeine Chirurgie, die in Nordrhein-Westfalen an besonders vielen Standorten vertreten sind. Hochspezialisierte Leistungen wie etwa Organtransplantationen werden dagegen nur noch an wenigen Zentren angeboten.

Die AOK bewertet die neue Darstellung als wichtigen Schritt für mehr Orientierung im Versorgungssystem. Nach Einschätzung von Carola Reimann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, könne die Anzeige der Leistungsgruppen sowohl Patientinnen und Patienten als auch Ärztinnen und Ärzte bei der Auswahl geeigneter Kliniken unterstützen. Besonders bei planbaren Eingriffen werde damit eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage geschaffen.

Begleitend verweist das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) auf erste Effekte der Leistungsgruppensystematik in Nordrhein-Westfalen. Demnach habe sich die Zahl der Krankenhausstandorte bei bestimmten Eingriffen bereits deutlich reduziert. So sank etwa die Zahl der Kliniken, die Hüftimplantationen durchführen, von 247 auf 137 Standorte. Auch bei Knie-Endoprothesen und onkologischen Operationen wurde eine stärkere Konzentration auf weniger Standorte mit höheren Fallzahlen festgestellt. Nach Auswertungen erfolgten zuletzt nur noch rund drei Prozent der Eingriffe an Standorten ohne entsprechende Leistungsgruppenzuweisung, während dieser Anteil zuvor deutlich höher lag.

Die AOK sieht in dieser Entwicklung eine Bestätigung für die mit der Reform verfolgte Zielsetzung, komplexe Leistungen stärker zu bündeln und an spezialisierten Zentren zu konzentrieren. Dies solle langfristig zu besseren Behandlungsergebnissen und höherer Patientensicherheit führen. Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass die praktische Umsetzung in anderen Bundesländern durch Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen verzögert werden könnte.

Ergänzend zum neuen Transparenzangebot verweist der Gesundheitsnavigator auf das Beratungsangebot „Clarimedis“, das Versicherte bei Fragen zur Klinikwahl und zu geplanten Eingriffen unterstützt. Zudem bleiben Qualitätsinformationen auf Basis von Routinedaten Bestandteil der Krankenhausdarstellung und ermöglichen eine ergänzende Bewertung der Behandlungsqualität.

Mit der Integration der Leistungsgruppen in ein bundesweit zugängliches Suchportal wird ein weiterer Schritt der Krankenhausreform für Patientinnen und Patienten unmittelbar sichtbar und praktisch nutzbar.

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