TelePIN wird auf 25 Kinderkliniken in Niedersachsen und Bremen ausgebaut
MHH steuert telemedizinisches Intensivnetzwerk – sechs Millionen Euro Förderung sollen Expertise in kleinere Kinderkliniken bringen und Verlegungen reduzieren
Das telemedizinische Netzwerk TelePIN der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird deutlich ausgeweitet. Sieben Kinderkliniken in Niedersachsen sind bereits angeschlossen, die Finanzierung für weitere 15 niedersächsische Standorte sowie drei Kliniken in Bremen ist inzwischen gesichert. Über das Netzwerk können Kinderkliniken bei intensivmedizinischen Akutfällen Experten der MHH in Echtzeit hinzuschalten.
Hintergrund ist die angespannte Versorgungssituation in der pädiatrischen Intensivmedizin. Nach Angaben der MHH verfügen von 29 Kinderkliniken in Niedersachsen derzeit lediglich vier über eine spezielle pädiatrische Intensivstation. Aufgrund fehlender Pflegefachkräfte und Ärzte könne zudem nur etwa die Hälfte der vorhandenen Kinderintensivbetten betrieben werden.
Live-Unterstützung bei Untersuchungen und Eingriffen
TelePIN ermöglicht den Austausch von Patientendaten, Bildern und Videos in Echtzeit. MHH-Experten können beispielsweise Ultraschallbilder und Vitalparameter eines Neugeborenen verfolgen und die Ärzte vor Ort bei Untersuchungen, Eingriffen und deren Interpretation unterstützen.
Die MHH fungiert als zentrale Steuereinheit. Ziel ist, Verlegungen schwerkranker Kinder zu reduzieren und kleinere Standorte trotz begrenzter personeller Ressourcen stärker in die intensivmedizinische Versorgung einzubinden. Perspektivisch sollen alle Kinderkliniken in Niedersachsen und Bremen sowie Rettungsdienste und weitere angrenzende Regionen vernetzt werden.
Das Projekt soll über den Strukturfonds II mit rund sechs Millionen Euro finanziert werden, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land getragen werden.




