gematik baut TI zu gemeinsamer Cloud-Plattform um
E-Rezept und weitere Fachdienste sollen künftig eine gemeinsame Open-Source-Infrastruktur nutzen – TI 2.0 soll Spezialhardware schrittweise ersetzen
Die Telematikinfrastruktur (TI) soll grundlegend vereinfacht und stärker zentralisiert werden. Die Gesellschafter der gematik haben die Organisation beauftragt, einen Fahrplan für eine gemeinsame souveräne Plattform-Architektur auf Open-Source-Basis zu entwickeln. Fachdienste wie das E-Rezept sollen künftig nicht mehr jeweils auf weitgehend eigenen technischen Infrastrukturen betrieben werden, sondern auf gemeinsame Plattformdienste zugreifen.
Als Betriebsumgebung ist eine Cloud-Infrastruktur vorgesehen. Zentrale technische Bausteine sollen gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden. Die gematik verspricht sich davon weniger Komplexität sowie eine höhere Stabilität und Skalierbarkeit der TI.
Parallel soll der Übergang zur TI 2.0 beschleunigt werden. Ziel sind weniger hardwaregebundene Komponenten in Krankenhäusern, Praxen und anderen Einrichtungen sowie ein stärker softwarebasierter Zugang mit digitalen Identitäten und modernen Sicherheitsverfahren. Perspektivisch soll für den TI-Zugang keine lokale Spezialhardware wie der klassische Konnektor mehr erforderlich sein.
Die Umstellung erfolgt schrittweise. Erste Bausteine der TI 2.0 befinden sich bereits in der Umsetzung; beispielsweise startet die gestaffelte Pilotierung von VSDM 2.0 im September 2026.
Einen konkreten Zeitplan für die vollständige neue Plattform hat die gematik noch nicht vorgelegt. Dieser soll nun gemeinsam mit Gesellschaftern und weiteren Partnern erarbeitet werden und sowohl den Aufbau der Plattform als auch den beschleunigten Übergang zur TI 2.0 umfassen.




