MEDI:CUS startet gemeinsame Cloud-Infrastruktur für Kliniken
Neuer Verein übernimmt Steuerung der landesweiten Plattform – Krankenhäuser sollen digitale Dienste künftig gemeinsam aufbauen und betreiben
Mit MEDI:CUS e.V. haben Kliniken und weitere Partner in Baden-Württemberg eine gemeinsame Trägerstruktur für die weitere Digitalisierung der Gesundheitsversorgung gegründet. Kern des Vorhabens ist eine anbieterunabhängige Multicloud-Plattform, über die Krankenhäuser digitale Anwendungen und IT-Services gemeinsam nutzen können. Das Universitätsklinikum Freiburg gehört zu den Gründungsmitgliedern und übernimmt zugleich eine führende Rolle im neuen Verein.
Die MEDI:CUS-Plattform soll die bislang stark fragmentierten IT-Strukturen im Gesundheitswesen stärker vereinheitlichen. Vorgesehen sind gemeinsame Standards und Prozesse sowie eine Infrastruktur, über die Anwendungen und Services einrichtungsübergreifend bereitgestellt werden können. Dadurch sollen unter anderem Interoperabilität und IT-Sicherheit verbessert und Krankenhäuser bei nicht-medizinischen Aufgaben entlastet werden.
Kliniken sollen IT-Dienste gemeinsam betreiben
Der Ansatz geht über einen reinen Datenaustausch hinaus: Statt digitale Lösungen jeweils separat zu beschaffen oder zu entwickeln, sollen beteiligte Einrichtungen Dienste künftig gemeinsam aufbauen und betreiben. Gleichzeitig soll die Plattform eine stärkere Vernetzung von Versorgung und Forschung ermöglichen.
Das Land Baden-Württemberg hat die technische Plattformarchitektur in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Kliniken und weiteren Partnern entwickelt. Rund 25 Millionen Euro wurden ressortübergreifend in das Projekt investiert.
Zum Vorstandsvorsitzenden des neu gegründeten MEDI:CUS e.V. wurde Prof. Frederik Wenz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Freiburg, gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Prof. Martin Holderried vom Städtischen Klinikum Karlsruhe und Wolfgang Schmid vom Alb Fils Klinikum.
Der Verein soll künftig als langfristige Steuerungseinheit der Plattform fungieren. Ergänzend ist eine operative GmbH vorgesehen.




