TK und MHH starten Qualitätsvertrag gegen Mangelernährung

Ab 2027 sollen stationäre TK-Versicherte innerhalb von 48 Stunden gescreent werden – bei erhöhtem Risiko folgt ein interdisziplinäres Therapieprogramm

Die Techniker Krankenkasse (TK) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) haben zum 1. Juli 2026 einen Qualitätsvertrag zur besseren Erkennung und Behandlung von Mangelernährung gestartet. Nach einer sechsmonatigen Nullwertmessung beginnt zum 1. Januar 2027 die eigentliche Interventionsphase mit einem systematischen Screening stationärer Patienten.

Einbezogen werden stationär aufgenommene TK-Versicherte in den MHH-Kliniken für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie. Innerhalb von 48 Stunden nach Aufnahme soll geprüft werden, ob ein Risiko für Mangelernährung besteht.

Wird ein entsprechendes Risiko festgestellt, schließt sich ein interdisziplinäres Diagnose- und Therapieprogramm an. Ein Ernährungsteam begleitet, dokumentiert und evaluiert die Maßnahmen und kann die Therapieempfehlungen im weiteren Verlauf anpassen.

Seit dem 1. Juli läuft zunächst eine Nullwertmessung. Sie soll den derzeitigen Versorgungsstandard ohne die späteren Interventionen erfassen und damit eine Vergleichsbasis für die Bewertung des Qualitätsvertrags schaffen.

TK und MHH wollen mit dem Projekt ein standardisiertes Screening- und Interventionssystem etablieren. Ziele sind eine bessere Versorgung mangelernährter Patienten sowie weniger Komplikationen und eine geringere Sterblichkeit.

Qualitätsverträge zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Mangelernährung können Krankenhäuser und Krankenkassen seit 2024 vereinbaren.