Marburger Bund lehnt Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit im Gesundheitswesen ab
Ärztegewerkschaft warnt vor steigender Belastung und verteidigt das Streikrecht gegen Angriffe
Der Marburger Bund spricht sich entschieden gegen die geplante Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit für Beschäftigte im Gesundheitswesen aus. Auf der 145. Hauptversammlung in Leipzig erklärten die Delegierten, dass eine Umstellung auf alleinige wöchentliche Höchstarbeitszeiten im Gesundheitssektor „nicht sachgerecht“ sei.
Die Sorge besteht, dass die Aufhebung der täglichen Höchstgrenzen die Belastung der bereits stark beanspruchten Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal weiter erheblich steigern würde. Die bestehenden gesetzlichen und tariflichen Regelungen dienen dem Schutz der Beschäftigten und müssten erhalten bleiben, so der Marburger Bund.
Arbeitszeitregelungen und Tarifverträge
Das Arbeitszeitgesetz enthält bereits Ausnahmen, die über tarifvertragliche Regelungen eine Überschreitung der täglichen Höchstarbeitszeit erlauben. Der Marburger Bund hat diese Möglichkeiten in seinen Tarifverträgen an verschiedenen Stellen genutzt, um flexibel auf die Bedürfnisse im Klinikalltag einzugehen – jedoch immer mit dem Ziel, die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten.
Streikrecht als Grundpfeiler der Arbeitnehmerrechte
Darüber hinaus fordert der Marburger Bund die Bundesregierung dazu auf, sich deutlich gegen Versuche zu positionieren, das grundgesetzlich verankerte Streikrecht einzuschränken. Der jüngst vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall vorgelegte „Gesetzentwurf zur Schlichtung von Tarifkonflikten“ werde als verdeckter Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewertet.




