Brandenburg startet Pilotprojekt zur internationalen Pflegeanwerbung

Klinikum Ernst von Bergmann beteiligt sich an Modell zur Qualifizierung ausländischer Pflegekräfte

Potsdam – Ein neues Pilotprojekt zur Gewinnung und Qualifizierung internationaler Pflegefachkräfte soll in Brandenburg neue Wege in der Fachkräftesicherung eröffnen. An der fachlichen Entwicklung beteiligt ist unter anderem das Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam, das seine Expertise im internationalen Personalmanagement in das bundesweit beachtete Vorhaben einbringt.

Das Projekt wurde am 29. Mai 2026 gemeinsam mit dem Brandenburger Gesundheitsministerium vorgestellt und setzt auf eine strukturierte Vorbereitung von Pflegekräften bereits im Ausland. Ziel ist es, internationale Fachkräfte schneller in die Versorgung zu integrieren und gleichzeitig eine langfristige Qualifizierung in Deutschland sicherzustellen.

Kern des Modells ist eine vorgelagerte Ausbildungskomponente in Indien, die auf die Anforderungen des deutschen Pflegesystems abgestimmt ist. Die Teilnehmenden reisen demnach mit einer Qualifikation als Pflegehilfskräfte nach Deutschland ein und absolvieren parallel eine weiterführende Qualifizierung zur anerkannten Pflegefachperson. Das Konzept sieht eine mehrjährige Begleitung durch Behörden und Projektpartner vor. Damit soll sowohl die fachliche Integration in den Arbeitsalltag als auch die formale Anerkennung im deutschen Gesundheitssystem erleichtert werden. Beteiligt an der Umsetzung sind unter anderem die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe sowie das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg.

Hintergrund des Projekts ist der zunehmende Fachkräftemangel in der Pflege, der sich durch den demografischen Wandel weiter verschärft. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stehen bundesweit unter erheblichem Druck, offene Stellen dauerhaft zu besetzen und Versorgungskapazitäten zu sichern. Das Pilotprojekt wird daher als Baustein einer strategischen Fachkräftesicherung bewertet, die über klassische Anwerbeprogramme hinausgeht. Im Fokus steht nicht nur die Rekrutierung, sondern insbesondere die strukturierte Integration und Qualifizierung im laufenden Versorgungsbetrieb.

Klinikum Ernst von Bergmann bringt internationale Expertise ein

Am Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam ist das internationale Personalmanagement in die Projektentwicklung eingebunden. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Praxis in die Gestaltung von Ausbildungs- und Integrationsprozessen einfließen zu lassen. Pflegedirektorin Kathleen Gernandt betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung einer begleiteten Integration. Entscheidend sei nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch die soziale und organisatorische Einbindung der internationalen Fachkräfte in den Klinikalltag.

Das Projekt versteht internationale Pflegekräfte als langfristigen Bestandteil der Versorgungssicherung. Neben der sprachlichen und fachlichen Qualifikation spielt dabei primär die strukturelle Integration in Teams und Versorgungsabläufe eine zentrale Rolle.

Die Initiatoren sehen darin einen Ansatz, der über kurzfristige Rekrutierung hinausgeht und auf nachhaltige Personalentwicklung im Gesundheitswesen zielt. Gleichzeitig wird das Modell über einen Zeitraum von drei Jahren wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

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