HKG fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Fachkräftesicherung
Pflegefachtag in Hessen rückt Ausbildung, Integration und internationale Fachkräfte in den Mittelpunkt
Die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) und das Pflegequalifizierungszentrum Hessen (PQZ Hessen) haben beim 2. HKG-Tag der Pflege und Gesundheit Strategien zur Sicherung von Pflege- und Gesundheitsfachkräften diskutiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Ausbildung, internationale Fachkräftegewinnung, Anerkennungsverfahren und eine gelebte Willkommenskultur. Zugleich übte die HKG Kritik an bundespolitischen Sparvorhaben, die Investitionen in Pflege und Fachkräftesicherung erschweren könnten.

(v.l.n.r): Stefan Hagen ( Leiter PQZ Hessen), Christina Grün (Referatsleiterin Qualität, Medizin und Pflege bei der HKG), Dr. Sonja Optendrenk (damals: Staatssekretärin HMFG, jetzt: Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses) und Prof. Dr. Steffen Gramminger (Geschäftsführender Direktor der HKG).
Foto: Hessische Krankenhausgesellschaft e.V.
Mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Wissenschaft, Verbänden und Politik kamen zum 2. HKG-Tag der Pflege und Gesundheit zusammen, um über Lösungen gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu beraten.
Im Fokus standen praxisnahe Konzepte zur Gewinnung, Qualifizierung und langfristigen Bindung von Pflege- und Gesundheitsfachkräften. Nach Einschätzung der Veranstalter entstehen viele erfolgreiche Ansätze bereits heute unmittelbar in den Einrichtungen – etwa durch innovative Ausbildungskonzepte, strukturierte Integrationsprogramme und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Pflegeschulen.
Damit diese Maßnahmen dauerhaft wirken können, seien jedoch verlässliche politische und finanzielle Rahmenbedingungen erforderlich. Insbesondere dort, wo gesetzliche Regelungen auf Bundesebene getroffen werden, sieht die HKG weiteren Handlungsbedarf.
In seinem gesundheitspolitischen Impuls ordnete HKG-Geschäftsführer Steffen Gramminger die aktuellen Reformvorhaben des Bundes ein. Nach seiner Einschätzung könnten die geplanten Regelungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die wirtschaftlichen Handlungsspielräume der Krankenhäuser einschränken.
Kritisch bewertet die HKG vor allem die vorgesehenen Änderungen beim Pflegebudget sowie die geplanten Eingriffe in die Refinanzierung von Tarifsteigerungen. Aus Sicht des Verbandes benötigen Krankenhäuser gerade in Zeiten des Fachkräftemangels finanzielle Planungssicherheit, um in Ausbildung, Integration und attraktive Arbeitsbedingungen investieren zu können.
Der Appell richtet sich daher an den Bund, den Einrichtungen verlässliche Rahmenbedingungen für die Fachkräftesicherung zu schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Fachtages lag auf der Rekrutierung und Integration internationaler Pflegefachkräfte. Das PQZ Hessen begleitet Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben während des gesamten Integrationsprozesses – von der Vorbereitung über Anerkennungsverfahren bis zur erfolgreichen Eingliederung in bestehende Teams.
Praxisberichte zeigten, dass internationale Personalgewinnung insbesondere dann erfolgreich ist, wenn Sprachförderung, Qualifizierung, Teamkultur und individuelle Begleitung miteinander verbunden werden. Nach Auffassung des PQZ Hessen endet Integration nicht mit der Arbeitsaufnahme, sondern umfasst auch das soziale Ankommen und die langfristige Bindung der Fachkräfte.
Neben der internationalen Rekrutierung rückte auch die Ausbildung in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Gute Praxisanleitung, ausreichend Zeit für Ausbildung sowie enge Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern gelten nach Einschätzung der Teilnehmenden als wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Fachkräftesicherung.
Zum Abschluss diskutierten Expertinnen und Experten aus Praxis, Ausbildung und Personalgewinnung über die Bedeutung einer gelebten Willkommenskultur. Einigkeit bestand darin, dass Integration als dauerhafte Aufgabe verstanden werden müsse, die Einrichtungen, Politik und Gesellschaft gemeinsam gestalten.
Die HKG und das PQZ Hessen kündigten an, ihre Zusammenarbeit künftig weiter auszubauen. Ziel ist es, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen der Gesundheitsversorgung als attraktive Ausbildungs- und Arbeitsorte zu stärken und die Fachkräftesicherung in Hessen langfristig zu unterstützen.




