Universitätsmedizin Greifswald bündelt herzchirurgische Eingriffe am Standort Karlsburg

Planbare Herzoperationen und TAVI-Verfahren werden konzentriert – Notfälle verbleiben in Greifswald

Die Universitätsmedizin Greifswald konzentriert mehrere Arten herzchirurgischer und interventioneller Eingriffe künftig am Standort Karlsburg. Ab Mitte Februar 2026 finden planbare herzchirurgische Operationen ausschließlich dort statt. Eingriffe am offenen Herzen werden am Standort Greifswald künftig nur noch durchgeführt, wenn sie notfallbedingt zwingend und zeitkritisch erforderlich sind.

Ebenfalls nach Karlsburg verlagert werden interventionelle kardiologische Eingriffe, bei denen Herzklappen über die Gefäße implantiert werden, insbesondere die kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI). Mit der Bündelung wird der Standort Karlsburg deutlich gestärkt. Die Universitätsmedizin sieht darin einen Beitrag zur verbesserten regionalen Versorgung sowie einen Vorgriff auf die bundesweite Krankenhausreform.

Bündelung als Antwort auf Fachkräftemangel und Reformvorgaben

Hintergrund der Entscheidung ist die seit Jahren geführte gesundheitspolitische Debatte über eine stärkere Spezialisierung und Konzentration medizinischer Leistungen. Fachpersonal sei begrenzt verfügbar, gleichzeitig verteile sich das Leistungsgeschehen bislang auf viele Standorte, wodurch notwendige Routinen erschwert würden. Die anstehende Krankenhausreform auf Bundesebene sieht daher vor, dass bestimmte Leistungen künftig nur noch von Häusern erbracht und abgerechnet werden können, denen entsprechende Leistungsgruppen zugewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund haben die Universitätsmedizin Greifswald und das Klinikum Karlsburg, das seit Jahresbeginn als Tochterunternehmen zur Unimedizin gehört, bereits jetzt strukturelle Anpassungen vorgenommen – noch vor der formalen Zuweisung von Leistungsgruppen und der zum 1. Januar 2027 geplanten Fusion.

Interdisziplinäre Herzmedizin in Karlsburg

Der überwiegende Teil der herzchirurgischen Eingriffe wird ab Montag, 16. Februar 2026, in Karlsburg durchgeführt. Das betrifft auch die TAVI-Verfahren, bei denen ein interdisziplinäres Team vorgeschrieben ist. Dazu gehören unter anderem Herzchirurgen, Kardiotechniker, Anästhesisten sowie spezialisiertes OP-Personal. Aufgrund dieser personellen und organisatorischen Anforderungen wird dieser Teil der interventionellen Kardiologie künftig vollständig am Standort Karlsburg gebündelt.

Die Herzchirurgie am Standort Greifswald bleibt weiterhin für die Versorgung von akut lebensbedrohlichen Notfällen zuständig, bei denen ein zeitnaher Eingriff erforderlich ist.

Vorstand sieht Stärkung beider Standorte

„Wir haben uns als Vorstand der Universitätsmedizin im Vorfeld intensiv mit den Leitungen der beteiligten Kliniken aus Greifswald und Karlsburg beraten und den Entschluss gefasst, unsere Ressourcen bereits jetzt zu bündeln“, erläutert Toralf Giebe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Greifswald. Ziel sei es, die Versorgung der Menschen in der Region zu verbessern und zugleich beide Standorte nachhaltig zu stärken. Die weitere Ausdifferenzierung des Leistungsspektrums soll in den kommenden Monaten fortgesetzt werden.

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