Gesundheitsausgaben steigen 2024 auf 538 Milliarden Euro

Destatis: Pflegeversicherung mit stärkstem Wachstum – weiterer Anstieg für 2025 erwartet

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Jahr 2024 deutlich gestiegen und haben mit 538,2 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht. Das entspricht Ausgaben von 6.444 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahmen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 37,9 Milliarden Euro beziehungsweise 7,6 Prozent zu. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag bei 12,4 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelte sich die soziale Pflegeversicherung. Ihre Ausgaben stiegen im Vergleich aller Kostenträger am stärksten – um 11,3 Prozent beziehungsweise 6,5 Milliarden Euro auf insgesamt 64,7 Milliarden Euro. Hintergrund sind insbesondere steigende Aufwendungen für Pflegegeld, Pflegesachleistungen sowie Zuschläge zu Eigenanteilen in der stationären Pflege.

Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt mit einem Anteil von 55,9 Prozent der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich 2024 auf 300,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck stellten mit 65 Milliarden Euro beziehungsweise 12,1 Prozent den zweitgrößten Finanzierungsanteil. Die private Krankenversicherung verzeichnete Ausgaben von 44,8 Milliarden Euro, ein Plus von 9,7 Prozent.

Ein Blick auf die Versorgungsbereiche zeigt, dass der ambulante Sektor weiterhin den größten Anteil der Gesundheitsausgaben auf sich vereint. Mit 259,4 Milliarden Euro entfielen 48,2 Prozent der Gesamtausgaben auf ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken. Für teil- und vollstationäre Einrichtungen, darunter Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, wurden 197,7 Milliarden Euro beziehungsweise 36,7 Prozent aufgewendet.

Besonders stark wuchsen die Ausgaben für pflegerische Leistungen. Diese machten mit 135,9 Milliarden Euro rund ein Viertel der gesamten Gesundheitsausgaben aus und verzeichneten mit 11,6 Prozent den größten Anstieg unter den Leistungsarten. Ursächlich hierfür sind vor allem steigende Personalkosten in der Pflege sowie höhere Leistungen in der häuslichen Versorgung. Auch die Arzneimittelausgaben legten deutlich zu und stiegen um 9,3 Prozent auf 85,1 Milliarden Euro.

Langfristig zeigt sich ein klarer Trend: Seit 1994 haben sich die Gesundheitsausgaben mehr als verdreifacht. Damals lagen sie noch bei 175,3 Milliarden Euro und machten 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Für das Jahr 2025 rechnet Destatis mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben auf rund 579,5 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Zuwachs von 7,7 Prozent gegenüber 2024 und unterstreicht die anhaltende Dynamik im Gesundheitswesen.

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