Abrechnungsbetrug: KKH verzeichnet Rekordschaden von 5,4 Millionen Euro

Ambulante Pflegedienste dominieren mit über 270 Fällen die Statistik – Chefermittler fordert KI-gestützte Aufdeckung und spezialisierte Strafverfolgung in allen Bundesländern

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) verzeichnete im Jahr 2023 mit 5,4 Millionen Euro den bislang größten Einzelschaden durch Abrechnungsbetrug. Der Hauptverursacher ist erneut der Bereich der ambulanten Pflege, der allein für 4,1 Millionen Euro Schaden verantwortlich ist. Insgesamt registrierte das KKH-Ermittlerteam 479 neue Hinweise auf Fehlverhalten – von manipulierten Rezepten bis hin zu erfundenen Behandlungen.

Laut Emil Penkov, Chefermittler der KKH, reichen die Delikte weit über finanzielle Schäden hinaus und gefährden mitunter die Gesundheit vulnerabler Gruppen. Die Gesamtschäden durch Betrug und Korruption im Gesundheitswesen summierten sich 2022 und 2023 auf über 200 Millionen Euro, hinzu kommt laut internationalen Studien eine Dunkelziffer von über 18 Milliarden Euro jährlich.

Ambulante Pflegedienste, Physiotherapien (62 Fälle) und Arztpraxen (21 Fälle) stehen ganz oben auf der Liste. Auch Apotheken und Krankenhäuser waren involviert – mit Schäden von jeweils rund 500.000 bzw. 365.000 Euro.