Zi veröffentlicht systematische Literaturübersicht zur Relation von Notfall- und primärärztlicher Versorgung

Notaufnahmen durch Selbsteinweisungen stark belastet

Selbsteinweisungen können die Notaufnahmen erheblich belasten. Um vermeidbare Belastungen in der Notfallversorgung zu reduzieren, ist eine gezielte Steuerung der Patientenströme erforderlich. „Sogeffekte weg von der Regel- hin zur Notfallversorgung müssen eingedämmt werden,“ so Experten.

Eine systematische Literaturübersicht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die Substitutionsbeziehung zwischen Notfallbehandlung und hausärztlicher Versorgung untersucht. Die von der Agentur DARUM erstellte Analyse, die Literatur von 2010 bis April 2024 berücksichtigt, zeigt, dass überwiegend patientenseitige Faktoren die Nutzung von Notaufnahmen durch Personen mit geringer Dringlichkeit erklären.

Die Studie legt nahe, dass ein umfassenderes und besser zugängliches primärärztliches Versorgungsangebot außerhalb von Notaufnahmen und eine bessere Aufklärung darüber die Inanspruchnahme von Notaufnahmen reduzieren könnten. Ein gemeinsamer Zugang mit Triage könnte Selbsteinweisende effizienter steuern und so die Notaufnahmen entlasten. Ein erweitertes primärärztliches Angebot innerhalb der Notaufnahmen könnte zwar deren Inanspruchnahme verringern, aber auch zu einem Sogeffekt an diesem Standort führen, was in Konkurrenz zu telefonischer Beratung und Hausbesuchen steht. Zusätzlich könnte die Einführung von Zuzahlungen die Zahl potenziell vermeidbarer Notaufnahmebesuche senken…