Klinikum Friedrichshafen erhält höchste Notfallversorgungsstufe
Medizinischer Dienst bestätigt umfassende Notfallversorgung der Zentralen Notaufnahme
Die Zentrale Notaufnahme des Klinikum Friedrichshafen erfüllt die Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die höchste Stufe der stationären Notfallversorgung. Nach einer Prüfung durch den Medizinischen Dienst (MD) wurde die Einrichtung offiziell der Stufe 3 „umfassende Notfallversorgung“ zugeordnet. Auch die Notaufnahme der Kinderklinik erfüllt die vorgegebenen Qualitätsanforderungen.
Die Einstufung erfolgte nach einer Vor-Ort-Prüfung Anfang Mai, bei der der Medizinische Dienst die Strukturen und Prozesse der Zentralen Notaufnahme sowie der Kindernotaufnahme überprüfte. Nun liegt die schriftliche Bestätigung vor, dass sämtliche Anforderungen des G-BA für die umfassende Notfallversorgung erfüllt werden.
Die höchste Notfallstufe besitzt im deutschen Krankenhauswesen eine besondere Bedeutung. Sie bestätigt, dass ein Krankenhaus über die erforderlichen personellen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen verfügt, um auch komplexe Notfallpatientinnen und -patienten umfassend versorgen zu können. Die Einstufung ist zugleich ein wichtiger Qualitätsindikator und spielt auch bei der Finanzierung von Notfallstrukturen eine Rolle.
Geschäftsführer Jan-Ove Faust würdigte die Leistung der Mitarbeitenden und bezeichnete die Zertifizierung als Anerkennung der professionellen Zusammenarbeit im gesamten Klinikum. Die erfolgreiche Einstufung sei insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen im Klinikverbund von besonderer Bedeutung.
Grundlage der Bewertung ist das dreistufige Notfallversorgungssystem des Gemeinsamen Bundesausschusses. Für jede Versorgungsstufe werden detaillierte Anforderungen an Fachabteilungen, Fachpersonal, Intensivkapazitäten, technische Ausstattung sowie die Organisation der Notfallversorgung definiert. Krankenhäuser der höchsten Versorgungsstufe müssen ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen rund um die Uhr vorhalten und komplexe Notfälle eigenständig behandeln können.
Ein zentrales Qualitätskriterium ist dabei die strukturierte Ersteinschätzung von Patientinnen und Patienten. Im Klinikum Friedrichshafen erfolgt diese nach dem Manchester-Triage-System, das eine medizinische Priorisierung innerhalb von zehn Minuten nach Eintreffen in der Notaufnahme vorsieht. Ziel ist eine schnelle Identifikation besonders dringlicher Behandlungsfälle und eine effiziente Steuerung der Patientenströme.
Zu den Voraussetzungen der umfassenden Notfallversorgung gehört zudem die Möglichkeit eines unmittelbaren Lufttransports. Das Klinikum Friedrichshafen verfügt hierfür über eine Hubschrauberlandestelle direkt am Standort. Mit dem Rettungshubschrauber Christoph 45 besteht seit Jahrzehnten eine enge Anbindung an die Luftrettung. Dadurch können Notfallpatientinnen und -patienten ohne zusätzliche Transportwege aufgenommen oder in spezialisierte Zentren verlegt werden.
Für das Krankenhaus stellt die Bestätigung der höchsten Notfallversorgungsstufe einen wichtigen Nachweis seiner Leistungsfähigkeit dar. Gleichzeitig gewinnt die Einstufung vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und der zunehmenden Konzentration medizinischer Leistungen an strategischer Bedeutung.




