Studie warnt: Krankenhaus- und Heimverpflegung häufig ungesund und klimaschädlich
Forschende fordern verpflichtende Standards für gesunde und nachhaltige Ernährung in Gesundheitseinrichtungen
In einer am 24. Juli 2025 veröffentlichten Studie in The Lancet Planetary Health haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Charité Berlin und der Stanford University erstmals systematisch untersucht, wie gesund und umweltfreundlich das Essen in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen ist. Das Ergebnis: Die Mahlzeiten sind häufig nährstoffarm, enthalten zu viele verarbeitete und tierische Produkte und belasten zudem Klima und Umwelt erheblich.
Die Analyse basierte auf Speiseplänen und Einkaufsdaten von zwei Krankenhäusern und drei Pflegeheimen mittlerer Größe in Deutschland. Die Mahlzeiten enthielten deutlich zu wenig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, dafür zu viele Weißmehlprodukte, Zucker, Salz und gesättigte Fette. Essentielle Nährstoffe wie Folsäure, Kalium und Vitamin B6 waren unterrepräsentiert, in Pflegeheimen zudem auch Eiweiß. Der Anteil vollwertiger pflanzlicher Lebensmittel an der Gesamtenergiezufuhr lag unter 20 Prozent – weit entfernt von den 80 Prozent, die z. B. die Planetary Health Diet empfiehlt.
Die Autorinnen fordern angesichts der Erkenntnisse eine grundlegende Neuausrichtung der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen. Neben gesundheitlichen Risiken verweisen sie auf die massiven Umweltschäden durch den hohen Verbrauch tierischer Produkte – etwa durch Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Wasserverschmutzung. Die Studienleiterin Lisa Pörtner mahnt: „Gerade Gesundheitseinrichtungen sollten Vorbilder für gesunde Ernährung sein.“
Zentrale Empfehlungen der Studie:
- Einführung verpflichtender Standards für gesunde und nachhaltige Ernährung in Kliniken und Heimen
- Regelmäßige Evaluationen zur Ernährungsqualität und ökologischen Auswirkungen
- Politische Maßnahmen zur Unterstützung der Einrichtungen, z. B. durch finanzielle Anreize und klare Zielvorgaben
Obwohl die Bundesregierung im letzten Jahr eine Ernährungsstrategie veröffentlichte, fehlen bislang verbindliche Maßnahmen für das Gesundheitswesen. Die Forschenden betonen, dass die Verantwortung nicht allein bei den Einrichtungen liege, sondern auch bei Politik und Kostenträgern.







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