PwC: Insolvenzen prägten Gesundheits-M&A-Markt 2025
Transaktionsmonitor zeigt 240 Deals, steigende Private-Equity-Aktivität und anhaltenden Restrukturierungsdruck in Kliniken und Pflege
Der deutsche Gesundheitsmarkt blieb auch 2025 von wirtschaftlichem Druck geprägt. Laut dem „Transaktionsmonitor Gesundheitswesen 2025“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) wurden 240 Transaktionen registriert. Besonders Insolvenzen, Private Equity und die Konsolidierung im Pflege- sowie Krankenhaussektor bestimmten das Marktgeschehen. Gleichzeitig wächst der Transformationsdruck durch Reformen, Fachkräftemangel und steigende Kosten weiter.
Der M&A-Markt im deutschen Gesundheitswesen hat sich im Jahr 2025 trotz anhaltender Belastungen stabil auf hohem Niveau bewegt. Nach Daten des „Transaktionsmonitors Gesundheitswesen 2025“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) wurden insgesamt 240 Deals verzeichnet und damit nahezu das Vorjahresniveau erreicht. Gleichzeitig zeigt die Analyse deutliche strukturelle Verschiebungen innerhalb der einzelnen Versorgungssegmente.
Besonders auffällig ist der anhaltende Restrukturierungsdruck im Krankenhaussektor. Ein erheblicher Anteil der Allgemeinkrankenhäuser schreibt weiterhin Verluste, während steigende Personal-, Energie- und Sachkosten die wirtschaftliche Situation vieler Einrichtungen zusätzlich verschärfen. Vor diesem Hintergrund blieb der Klinikmarkt stark von Insolvenzen und Übernahmen geprägt. Kommunale, freigemeinnützige und private Träger nutzten das Marktumfeld gezielt zur regionalen Konsolidierung, während insolvente Häuser zunehmend Schwierigkeiten hatten, neue Betreiber zu finden.
In mehreren Fällen führten Insolvenzen zu strukturellen Neuordnungen ganzer Krankenhausverbünde. Parallel dazu traten Private-Equity-Investoren im Krankenhaussegment nur selektiv als Käufer auf, während sich deren Engagement insbesondere in anderen Bereichen des Gesundheitswesens deutlich ausweitete.
Ein zentraler Wachstumstreiber war der Markt der medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und niedergelassenen Leistungserbringer. Hier dominierte Private Equity das Transaktionsgeschehen in besonderem Maße. Ein Großteil der insgesamt 68 Deals in diesem Segment entfiel auf finanzinvestorengetriebene Strukturen. Einzelne großvolumige Übernahmen in den Bereichen Augenheilkunde, Radiologie und Onkologie verdeutlichen die fortschreitende Plattformbildung und Konsolidierung in spezialisierten Facharztsegmenten.
Auch der Pflegesektor entwickelte sich 2025 zu einem der aktivsten Teilmärkte. Mit 79 Transaktionen wurde ein Höchststand erreicht, wobei ein erheblicher Anteil auf insolvenzgetriebene Deals entfiel. Neben klassischen Übernahmen wurden zunehmend auch Betreiberportfolios neu strukturiert oder aufgespalten. Gleichzeitig gewann der Bereich Pflegeimmobilien an Bedeutung, begleitet von einem spürbaren Anstieg des Transaktionsvolumens.
Im Hintergrund dieser Entwicklung steht laut PwC eine Kombination aus regulatorischem Druck, Fachkräftemangel und steigenden Betriebskosten. Diese Faktoren wirken sich sektorübergreifend auf die wirtschaftliche Stabilität von Pflegeeinrichtungen und Kliniken aus und verstärken die Notwendigkeit von Konsolidierung und Effizienzsteigerung.
Im Bereich der digitalen Gesundheitswirtschaft zeigt sich ein zusätzlicher Strukturwandel. Große Finanzierungsrunden im Digital-Health-Segment sowie strategische Beteiligungen an Krankenhaus-IT-Anbietern deuten auf eine zunehmende Plattformisierung der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen hin. Besonders der Markt für Krankenhausinformationssysteme steht vor einem Umbruch, ausgelöst durch Anbieterwechsel, technologische Transformationen und neue Investitionsstrategien.
PwC-Experten sehen darin sowohl Risiken als auch Chancen für die kommenden Jahre. Einerseits erhöht sich der Anpassungsdruck auf Krankenhäuser und Leistungserbringer erheblich, andererseits entstehen durch Digitalisierung und Konsolidierung neue Effizienzpotenziale. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich regulatorische Eingriffe, insbesondere im Bereich der ambulanten Vergütung und der Krankenhausreform, auf zukünftige Investitionsentscheidungen auswirken werden.
Insgesamt zeigt der Transaktionsmonitor ein Gesundheitswesen im strukturellen Umbau. Während Insolvenzen und Kostendruck die Marktaktivität antreiben, sorgt insbesondere Private Equity für eine zunehmende Industrialisierung einzelner Versorgungsbereiche. Für das Krankenhaus- und Versorgungsmanagement ergibt sich daraus ein Umfeld, das stärker von Kapitallogik, Skalierung und Restrukturierung geprägt ist als in den Vorjahren.




