AOK-Gesundheitsnavigator liefert valideres Bild als staatlicher Klinik-Atlas

Wissenschaftlich fundierte Qualitätsdaten geben Patienten Orientierung bei planbaren Eingriffen

Der AOK-Gesundheitsnavigator bietet Patientinnen und Patienten laut einer aktuellen Mitteilung der AOK einen entscheidenden Vorteil gegenüber staatlichen Krankenhausportalen wie dem Bundes-Klinik-Atlas. Während dieser weiterhin in der Kritik steht und reformiert werden soll, liefert der Navigator bereits seit Jahren wissenschaftlich geprüfte Qualitätsvergleiche, basierend auf Routinedaten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Ab sofort stehen neue, aktualisierte Ergebnisse zur Behandlungsqualität von Krankenhäusern in 13 Leistungsbereichen bereit – darunter Operationen an Knie- und Hüftgelenken, Gallenblasenentfernungen, Leistenbruchverschlüsse und Eingriffe an der Prostata.

Ein zentraler Vorteil des sogenannten QSR-Verfahrens (Qualitätssicherung mit Routinedaten): Es berücksichtigt nicht nur Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts, sondern auch solche, die erst nach der Entlassung auftreten. Damit liefert das System ein umfassenderes Bild der tatsächlichen Versorgungsqualität. Die Bewertung erfolgt dabei anschaulich über das bekannte Lebensbaum-Symbol – von einem bis drei Bäumen – und erlaubt so einen direkten Qualitätsvergleich.

Die Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, wo sie gut behandelt werden“, erklärte Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS.

„Unser Gesundheitsnavigator liefert Antworten, die auf wissenschaftlicher Analyse und realen Ergebnissen beruhen – nicht auf bloßen Strukturinformationen. Gerade bei planbaren Operationen zählt Qualität mehr als Entfernung.“

Die neuen Ergebnisse für 84 Krankenhäuser in Sachsen und Thüringen decken die Jahre 2021 bis 2023 (bei Knieprothesenwechsel bis 2024) ab und zeigen teils erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den Einrichtungen. Häuser mit hoher Fallzahl und Spezialisierung schneiden deutlich besser ab – ein Hinweis auf die Bedeutung von Zentralisierung und Erfahrung.

Striebel forderte in diesem Zusammenhang mehr Spezialisierung in der stationären Versorgung:

„Deutschland braucht mehr Spezialisierung und Zentralisierung bei planbaren Eingriffen. Nur wenn Erfahrung und Fachwissen konzentriert werden, profitieren die Menschen von besseren Ergebnissen und mehr Sicherheit.“

Das QSR-Verfahren wird bereits seit 2010 eingesetzt und vom WIdO fortlaufend weiterentwickelt. Grundlage sind anonymisierte Abrechnungsdaten, die Eingriffe, Komplikationen und Nachbehandlungen erfassen. Damit gilt das Verfahren als eine der verlässlichsten Methoden zur objektiven Bewertung von Krankenhausqualität.