Südhessen Kliniken starten nach Fusion den Aufbau

Zusammenschluss von AGAPLESION ELISABETHENSTIFT und Klinikum Darmstadt vollzogen

Südhessen Kliniken

Von links nach rechts: Klinikdezernent André Schellenberg, Sven Axt (Sprecher der Geschäftsführung Klinikum Darmstadt und Geschäftsführer AGAPLESION Elisabethenstift), Dr. Markus Horneber (Vorstandsvorsitzender AGAPLESION gAG), Michele Tarquinio (Pflegerischer Geschäftsführer Klinikum Darmstadt) und Dr. Jörg Noetzel (Medizinischer Geschäftsführer Klinikum Darmstadt).

Zum 1. Juni 2026 ist die Gründung der Südhessen Kliniken offiziell in Kraft getreten. Damit werden das AGAPLESION gemeinnützige AG ELISABETHENSTIFT und das Klinikum Darmstadt in einer gemeinsamen Holding-Struktur zusammengeführt. Beide Partner halten künftig jeweils 60 Prozent der neuen Gesellschaft. Ziel ist der Aufbau des größten Maximalversorgers in der Region Südhessen. Der Zusammenschluss war bereits Anfang 2026 vertraglich vereinbart worden und wird nun operativ umgesetzt.

Die Geschäftsführung und politische Begleitung betonen, dass der Fokus in der aktuellen Phase auf der Entwicklung einer gemeinsamen Organisations- und Unternehmenskultur liegt. Parallel werden medizinische und strukturelle Konzepte harmonisiert, während die Versorgung der Patientinnen und Patienten an beiden Standorten unverändert sichergestellt bleibt. Erste bauliche Maßnahmen im Rahmen der Standortentwicklung sind ab 2027 vorgesehen.

Der Zusammenschluss wird von den Verantwortlichen als strategische Antwort auf die zunehmenden wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen im Krankenhaussektor bewertet. Insbesondere gesetzliche Änderungen auf Bundesebene sowie steigende Kosten- und Investitionsanforderungen gelten als Treiber für die Bildung größerer Versorgungsverbünde. Die Leitung der Südhessen Kliniken verweist in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit, wirtschaftliche Stabilität und medizinische Leistungsfähigkeit langfristig abzusichern.

Im Mittelpunkt der aktuellen Integrationsphase stehen neben organisatorischen Fragen vor allem Personal- und Kulturthemen. Beide Häuser verfügen über historisch gewachsene Strukturen – das ELISABETHENSTIFT mit diakonisch-christlicher Prägung, das Klinikum Darmstadt als kommunaler Maximalversorger mit umfassender Notfall- und Spezialversorgung. Diese unterschiedlichen Traditionen sollen nach Angaben der Verantwortlichen bewusst als Stärke in den neuen Verbund eingebracht werden.

Auch die Einbindung der Beschäftigten spielt eine zentrale Rolle. Gemeinsame Veranstaltungen und interne Austauschformate sollen die Zusammenarbeit fördern und den Übergang in die neue Struktur begleiten. Ziel ist es, eine einheitliche Identität der Südhessen Kliniken zu entwickeln, ohne die bestehenden Standortprofile aufzugeben.

Medizinisch soll der Verbund künftig eine noch stärkere Spezialisierung und Bündelung von Leistungen ermöglichen. Gleichzeitig soll die Versorgungsstruktur in der Region stabilisiert und die Attraktivität als Arbeitgeber im Gesundheitswesen erhöht werden. Die Verantwortlichen sehen in dem Zusammenschluss zudem eine Grundlage, um auf bundespolitische Reformen und mögliche finanzielle Belastungen im Krankenhaussektor flexibler reagieren zu können.

Mit rund 1.200 Planbetten entsteht ein Klinikverbund, der in Hessen eine zentrale Rolle in der stationären Versorgung einnimmt und perspektivisch eine wichtige Funktion in der regionalen Versorgungssteuerung übernehmen soll.

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