DGD vollzieht Führungswechsel

Frank Spatz übernimmt Vorstandsvorsitz – Strukturreform soll Zukunft der Diakonie-Standorte sichern

Der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) hat einen bedeutenden Führungswechsel vollzogen. Im Rahmen eines Festgottesdienstes in Marburg wurde Frank Spatz am 7. Juni 2026 als neuer Vorstandsvorsitzender eingeführt. Er folgt auf Frieder Trommer, der nach fünf Jahren an der Spitze des Verbandes in den Ruhestand verabschiedet wurde. Parallel dazu wurde Johannes Bormuth zum Geschäftsführer berufen und übernimmt die operative Leitung der DGD-Hauptstelle.

Führung DGD Stiftung

Führungswechsel vollzogen: Johannes Bormuth (vorne, von links) wurde als neuer Geschäftsführer des DGD in sein Amt eingeführt, Frank Spatz löst Frieder Trommer als Vorstandsvorsitzenden ab. Im Hintergrund die Mitgliederversammlung des DGD e.V. – das Aufsichtsgremium des Verbands.
Foto: DGD Stiftung /Andreas Schmidt

Mit dem Wechsel verbindet der Verband auch die Fortführung eines tiefgreifenden Transformationsprozesses. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Lebenspark-Konzept, mit dem der DGD auf die demografischen Veränderungen innerhalb der traditionsreichen Diakonissenarbeit reagiert und seine Standorte langfristig neu ausrichten will.

Der personelle Wechsel erfolgt in einer Phase grundlegender Veränderungen innerhalb des Verbandes. Hintergrund ist die seit Jahrzehnten rückläufige Zahl der Diakonissen, die historisch das Fundament der DGD-Arbeit bildeten. Neue Schwestern werden seit Jahren nicht mehr aufgenommen, wodurch die klassischen Mutterhausstrukturen zunehmend unter Anpassungsdruck geraten.

Mit dem von Frieder Trommer maßgeblich vorangetriebenen Lebenspark-Modell verfolgt der Verband das Ziel, bestehende Mutterhausstandorte für neue Wohn- und Nutzungskonzepte zu öffnen. Die Areale sollen generationenübergreifend weiterentwickelt werden und gleichzeitig den verbliebenen Diakonissen ein dauerhaftes Zuhause bieten. Ein sichtbares Zeichen für den Fortschritt des Projekts ist der Bezug der ersten Wohnungen im Lebenspark auf dem Hebronberg in Marburg. Der Verband betrachtet das Konzept als strategische Grundlage, um seine Standorte langfristig wirtschaftlich und gesellschaftlich tragfähig zu halten.

Neue Führungsstruktur soll Transformation begleiten

Mit Frank Spatz übernimmt ein langjährig in christlichen Organisationen tätiger Manager und Theologe die Führung des DGD. Gleichzeitig bleibt er Direktor des Diakonissenhauses Hebron. Um diese Doppelrolle zu ermöglichen, wurde die Organisationsstruktur angepasst.

Johannes Bormuth, bisher Finanzchef des Verbandes, übernimmt als Geschäftsführer die Gesamtverantwortung für die operativen Aufgaben der Hauptstelle. Die neue Aufgabenteilung soll eine stärkere Konzentration auf strategische Entwicklungen ermöglichen und die Umsetzung des Transformationsprozesses unterstützen.

Für den DGD bedeutet die Neuaufstellung auch eine Reaktion auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Neben dem demografischen Wandel spielen Fragen der Finanzierung sozialer und gesundheitlicher Einrichtungen eine zunehmend wichtige Rolle.

Bedeutung für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

Der DGD verantwortet neben den Diakonissen-Mutterhäusern zahlreiche Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Zur DGD-Stiftung gehören Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Pflegeschulen und weitere Gesundheitsangebote mit insgesamt mehr als 3.300 Mitarbeitenden.

Vor diesem Hintergrund besitzt die strategische Neuausrichtung nicht nur für die diakonische Arbeit selbst, sondern auch für die regionale Gesundheits- und Pflegeversorgung Bedeutung. Die Entwicklung neuer Wohn- und Versorgungskonzepte gilt in vielen freigemeinnützigen Trägerstrukturen als wichtiger Ansatz, um auf Fachkräftemangel, demografische Veränderungen und wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren.

Mit dem Führungswechsel und der organisatorischen Neuausrichtung setzt der DGD auf Kontinuität im Wandel und verbindet die traditionsreiche Diakonissenarbeit mit neuen Konzepten für die Zukunft.

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