Bayern startet KI-Modellprojekt für Frühgeborene am Klinikum Nürnberg
Automatisierte Überwachung soll Patientensicherheit und Behandlung in der Neonatologie verbessern
Bayern setzt den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Frühgeborenen-Medizin fort: Am Klinikum Nürnberg startete das Projekt „KI in der Neonatologie“, das die Sicherheit und Versorgung von Frühgeborenen durch automatisierte KI-gestützte Überwachungssysteme verbessern soll. Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert das Modellprojekt mit 150.000 Euro.
Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte: „Jede Sekunde zählt auf einer Neugeborenen-Intensivstation. Wenn KI hilft, kritische Situationen früher zu erkennen, ist das ein Meilenstein der Medizin. Jedes Kind, das dank solcher Technologien besser versorgt werden kann, bestätigt, wie wichtig und wertvoll der Einsatz von KI im Gesundheitswesen ist.“
Das Modellprojekt umfasst drei Schwerpunkte: KI-gestützte Patientensicherheit, KI-optimierte Ernährung zur Förderung von Wachstum und neurologischer Entwicklung sowie KI-gesteuerte künstliche Plazenta. Die Projektphase läuft bis Januar 2028. Anschließend soll entschieden werden, ob die entwickelten KI-Modelle bayernweit angewendet werden können. Prof. Dr. Christoph Fusch, Chefarzt der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche, erklärte, dass KI gerade bei extrem früh geborenen Kindern mit sehr niedrigem Geburtsgewicht die Versorgung erheblich unterstützen könne.
Gerlach wies zudem auf den internationalen Erfahrungsaustausch hin: Inspiriert von einem Besuch im Mount Sinai Hospital in New York sei das Projekt initiiert worden. Das Klinikum Nürnberg, in Kooperation mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, sei dafür hervorragend geeignet. Der Neubau eines Kinderklinikums für 34 Intensivplätze der Neonatologie wird derzeit mit über 124 Millionen Euro gefördert. Ziel sei eine flächendeckend hochqualifizierte Versorgung von Frühgeborenen in Bayern.




