H+ und PwC-Studie: Schweizer Spitäler fordern grundlegende Reformen für eine moderne und verlässliche Versorgung
Verband präsentiert Handlungsbedarf und politische Prioritäten – „Eine Transformation ist unvermeidlich“
Der nationale Spitalverband H+ hat gemeinsam mit PwC Schweiz eine umfassende Studie zu den „Zukunftsperspektiven für die Spitallandschaft Schweiz“ vorgestellt. Die Analyse kommt zu einem klaren Ergebnis: Das bestehende System der Finanzierung und Steuerung der Spitäler ist nicht zukunftsfähig. Steigender Kostendruck, demografische Entwicklungen und technologische Anforderungen verschärfen die Lage zunehmend. Gleichzeitig zeigen die Studienautoren, dass ein gezielter Umbau möglich ist und langfristig sowohl Qualität als auch Wirtschaftlichkeit sichern kann.
H+-Präsidentin Regine Sauter betont: „Die Studie von PwC zeigt auf, wo es Handlungsfelder gibt und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit eine nachhaltige Umgestaltung der Spitallandschaft möglich ist.“
Drei zentrale Hebel der Transformation
Die von PwC identifizierten Schlüsselbereiche – abgestufte Versorgung, Ambulantisierung und Digitalisierung – bilden die Basis für die Reformvorschläge des Verbandes. Spitäler und Kliniken seien bereit, diese Veränderungen aktiv mitzugestalten, sofern die politischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Nach Ansicht von H+ sind insbesondere nachhaltige Investitionsmöglichkeiten entscheidend, um die Versorgungssicherheit und Qualität auch künftig garantieren zu können.
Politische Prioritäten von H+
H+ konkretisiert die Erwartungen an Bund, Kantone und Tarifpartner in drei besonders dringlichen Reformfeldern:
1. Realistische Finanzierung sicherstellen
Die Tarife sollen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich die real entstehenden Kosten abbilden. Preissteigerungen und zusätzliche gesetzliche Aufgaben müssten künftig vollständig berücksichtigt werden. Nur so seien Investitionen in moderne Versorgung möglich.
2. Ambulantisierung stärken
Die Verschiebung vom stationären hin zum ambulanten Bereich wird von vielen Patienten begrüßt und entlastet das Personal. Doch nach Auffassung von H+ funktioniert dieser Wandel nur bei kostendeckenden Tarifen. Die Einführung einer einheitlichen Finanzierung müsse als Chance genutzt werden, ambulante Leistungen fair und sachgerecht zu vergüten.
3. Versorgungsplanung modernisieren
Anstelle einer rein kantonal ausgerichteten Planung fordert H+ ein Denken in Versorgungsräumen. Datenbasierte Verfahren sowie eine engere Abstimmung der Kantone sollen Effizienz und Versorgungssicherheit verbessern.
H+-Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer unterstreicht: „Es geht nicht darum, die Zahl der Spitäler zu definieren. Es geht darum, das System jetzt intelligent und koordiniert umzubauen.“ Ein Verschleppen der notwendigen Reformen würde Kosten weiter erhöhen, Innovation bremsen und die Versorgungssicherheit gefährden.
Umbau statt Abbau – ein gemeinsamer Kraftakt
Für H+ ist die Richtung klar: Das Schweizer Gesundheitssystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der nur mit dem Zusammenwirken aller Akteure gelingen kann. Die Spitäler wollen ihren Beitrag leisten – durch Effizienzsteigerungen, höhere Qualität und stärkere Kooperation. Nun seien Politik, Kantone und Versicherer gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen und Digitalisierung verbindlich ermöglichen.
Abschließend fasst Anne-Geneviève Bütikofer zusammen: „Wenn alle Akteure – Spitäler, Politik, Kantone und Versicherer – gemeinsam handeln, bleibt unsere Gesundheitsversorgung weiterhin hochwertig, gut erreichbar und verlässlich.“






