„Kliniken sind zumeist nicht darauf ausgerichtet, Patientinnen und Patienten ambulant zu versorgen“
Die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung hat ihre zehnte Stellungnahme zur Überwindung der Sektorengrenzen des deutschen Gesundheitssystems vorgelegt. Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, kritisiert die mangelnde empirische Grundlage des Papiers. Er betone, dass die meisten Krankenhäuser, insbesondere in ländlichen Gebieten, nicht die Vielfalt der fachärztlichen Versorgung bieten, die für eine ambulante Behandlung notwendig ist. Im niedergelassenen Bereich gibt es deutlich mehr Fachärzte für Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Gynäkologie als in den Kliniken. Krankenhäuser sind zudem meist nicht auf ambulante Dienste ausgerichtet, was zu einem unzureichenden Überblick über die ambulanten Leistungen führt. Viele Krankenhäuser sind auf die Mitwirkung niedergelassener Fachärzte angewiesen, um ihre stationären Angebote aufrechtzuerhalten, besonders in unterversorgten Regionen.




