Klinikum Dahme-Spreewald bündelt HNO-Versorgung in Zentren
Stationäre Leistungen werden nach Königs Wusterhausen künftig verlagert – ambulante Versorgung bleibt regional gesichert
Das Klinikum Dahme-Spreewald richtet seine HNO-Versorgung neu aus und verlagert die stationäre Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Standort Königs Wusterhausen bis zum 30.06.2026. Hintergrund sind sinkende stationäre Fallzahlen und die zunehmende Ambulantisierung, während die ambulante Versorgung im Landkreis laut Klinikum und Kassenärztlicher Struktur weiterhin gesichert ist.
Das Klinikum Dahme-Spreewald plant im Zuge der Umsetzung der Krankenhausreform, künftig keine stationäre Leistungsgruppe HNO am Standort Königs Wusterhausen mehr vorzuhalten. Stattdessen sollen stationäre HNO-Leistungen ab dem 30.06.2026 vollständig am Ernst von Bergmann Klinikum gebündelt werden. Die Entscheidung ist Teil einer strukturellen Anpassung an die veränderte Versorgungsrealität im Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
Rückgang stationärer Fälle als zentraler Auslöser
Nach Angaben des Klinikums liegt der stationäre Versorgungsbedarf im HNO-Bereich zuletzt bei weniger als einem Fall pro Tag. Gleichzeitig hat sich die medizinische Versorgung in diesem Fachgebiet in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung ambulanter Behandlung verschoben. Viele Eingriffe, die früher eine stationäre Aufnahme erforderten, können heute durch moderne Verfahren ambulant durchgeführt werden.
Die Krankenhausleitung betont, dass die strukturelle Anpassung eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung sei. Ziel sei es, die stationären Ressourcen dort zu bündeln, wo sie medizinisch und wirtschaftlich dauerhaft benötigt werden, während ambulante Leistungen wohnortnah organisiert bleiben.
Ambulante Versorgung im Landkreis bleibt vollständig erhalten
Für die Bevölkerung im Landkreis Dahme-Spreewald bleibt die ambulante HNO-Versorgung nach Angaben des Klinikums vollständig gesichert. Die vertragsärztlichen Strukturen der Kassenärztlichen Vereinigung seien entsprechend ausgebaut und alle Niederlassungsmöglichkeiten im HNO-Bereich bereits ausgeschöpft. Damit soll gewährleistet sein, dass Diagnostik, konservative Behandlungen und kleinere Eingriffe weiterhin wohnortnah erfolgen können. Nur komplexere oder stationär behandlungsbedürftige Fälle werden künftig in spezialisierten Zentren versorgt.
Zentrenbildung als Teil der Krankenhausreform
Die geplante Verlagerung ist auch im Kontext der bundesweiten Krankenhausreform zu sehen, die eine stärkere Konzentration stationärer Leistungen in spezialisierten Zentren vorsieht. Das Ernst von Bergmann Klinikum übernimmt dabei eine zentrale Rolle in der regionalen HNO-Versorgung.
Die dortige HNO-Klinik wird von Prof. Dr. Markus Jungehülsing geleitet, der bislang auch die entsprechende Abteilung am Klinikum Dahme-Spreewald verantwortet. Aus Sicht der Verantwortlichen ermöglicht die Bündelung höhere Fallzahlen, stabilere Personalstrukturen und eine langfristig gleichbleibend hohe Behandlungsqualität.
Regionale Versorgungswege bleiben strukturiert erhalten
Trotz der Verlagerung bleibt die regionale Versorgungskette bestehen. Patientinnen und Patienten sollen weiterhin zunächst im ambulanten Bereich vorgestellt werden. Bei entsprechender Indikation erfolgt die stationäre Behandlung künftig in spezialisierten Kliniken der Region, darunter neben Potsdam auch Einrichtungen in Berlin und Bad Saarow.
Die Nachsorge kann weiterhin wohnortnah erfolgen, sodass eine abgestufte Versorgung zwischen ambulanter und stationärer Ebene erhalten bleibt. Das Klinikum betont, dass diese Struktur bereits heute in enger Kooperation mit regionalen Partnern praktiziert wird und nun konsequent weiterentwickelt wird.
Krankenhausstruktur im Wandel
Mit der Anpassung reagiert das Klinikum Dahme-Spreewald auf die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen und den damit verbundenen Rückgang stationärer Fallzahlen in einzelnen Fachbereichen. Gleichzeitig soll die stationäre Versorgung in der Region durch Spezialisierung und Konzentration langfristig stabilisiert werden.




