Zi-Studie warnt: Nephrologische Versorgung steuert auf Engpass zu
Bis 2030 steigt der Versorgungsbedarf um 24 %, während fast ein Drittel der Nierenärztinnen und -ärzte altersbedingt ausscheidet – Zi und UKSH fordern Gegenmaßnahmen
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) warnt gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) vor einer drohenden Versorgungslücke in der ambulanten Nephrologie in Deutschland. Die am 8. Juli 2025 veröffentlichte Studie zeigt: Der Behandlungsbedarf chronisch nierenkranker Patientinnen und Patienten wächst deutlich, während gleichzeitig viele Fachärztinnen und Fachärzte in den Ruhestand gehen und zu wenige neue hinzukommen.
Zentrale Befunde der Studie:
- Nachfrageanstieg: Bis 2030 wird ein Zuwachs von bis zu 24 % mehr nephrologischen Behandlungsfällen im Vergleich zu 2022 erwartet.
- Fachkräftemangel: Fast 27 % der heute tätigen Nephrolog:innen werden altersbedingt aus der Versorgung ausscheiden.
- Engpass bei Nachbesetzung: Bei einem jährlichen Neuzugang von rund 85 Fachärzten fehlen bis zu 425 Nephrolog:innen bis 2030, um das Versorgungsniveau von 2022 zu halten.
- Trend zu Teilzeit: Die durchschnittliche Arbeitszeit sinkt auf 92 % des Niveaus von 2022, u. a. durch mehr Teilzeittätigkeit und Anstellungen.
- Prognostizierter Bedarf 2030: 2.365 ambulant tätige Nephrolog:innen wären nötig – 2022 waren es nur 1.734.
Ursachen und Herausforderungen
Der dramatische Anstieg der Diagnoseprävalenz chronischer Nierenerkrankungen (CKD) von 4,4 % auf 7,1 % in der Altersgruppe 40+ zwischen 2013 und 2022 weist laut Studie auf Fortschritte in der Früherkennung hin. Doch die Altersstruktur der Fachärzteschaft und die sinkenden Arbeitskapazitäten setzen die ambulante Versorgung zunehmend unter Druck.
Lipovsek J, Schulz M, Hering R, Czihal T, Kolbrink B, v. Samson-Himmelstjerna FA, Schulte K, v. Stillfried D.
Projektion nephrologischer Versorgung in Deutschland. Ambulante Inanspruchnahme und Verfügbarkeit 2022 bis 2040. Nephrologie 20:224–235 (2025)
DOI: https://doi.org/10.1007/s11560-025-00846-2




