G-BA: Innovationsfonds fördert 45 neue Projekte der Versorgungsforschung

Innovationsausschuss setzt Schwerpunkte bei Prävention, Pflege, Long-COVID und Patientensicherheit

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamer Bundesausschuss hat 45 neue Projekte zur Versorgungsforschung zur Förderung ausgewählt. Die Entscheidung wurde am 9. Juni 2026 bekanntgegeben. Finanziert werden die Vorhaben aus Mitteln des Innovationsfonds. Im Fokus stehen unter anderem die Prävention nichtübertragbarer Erkrankungen, die Versorgung von Pflegebedürftigen, Long-COVID sowie die Verbesserung von Patientensicherheit und Versorgungsqualität.

Wie der Innovationsausschuss mitteilte, wurden die ausgewählten Projekte aus insgesamt 268 eingereichten Förderanträgen ausgewählt. Die Förderentscheidungen verteilen sich auf themenspezifische und themenoffene Forschungsvorhaben und sollen wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland liefern.

Schwerpunkt auf Versorgungssicherheit und Qualitätsverbesserung

Von den insgesamt 45 geförderten Projekten entfallen 25 auf die themenspezifische Förderlinie. Besonders stark vertreten ist die Erforschung der gesundheitlichen Versorgung von Pflegebedürftigen in regionalen Versorgungsstrukturen mit sieben Projekten. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Primärprävention nichtübertragbarer Erkrankungen im hausärztlichen sowie kinder- und jugendärztlichen Bereich.

Darüber hinaus werden Projekte zur Verbesserung der transplantationsmedizinischen Versorgung gefördert. Ziel ist es unter anderem, die Erkennung und Meldung potenzieller Organspender in Krankenhäusern zu analysieren und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.

Einen weiteren Fokus bildet die Patientensicherheit. Drei Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Entwicklung und Erprobung eines bundesweiten Never-Event-Registers. Solche Register dienen dazu, schwerwiegende vermeidbare Behandlungsfehler systematisch zu erfassen und als Grundlage für Lern- und Verbesserungsprozesse im Gesundheitswesen zu nutzen.

Long-COVID und Blankoverordnung im Fokus der Forschung

Auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postviralen Erkrankungen wie Post-COVID, Long-COVID oder ME/CFS bleibt ein wichtiges Forschungsthema. Drei geförderte Projekte sollen neue Erkenntnisse zu Versorgungsstrukturen, Behandlungsansätzen und Versorgungslücken liefern.

Für das Krankenhaus- und Versorgungsmanagement besonders relevant sind zudem drei Forschungsprojekte zur wissenschaftlichen Evaluation der Blankoverordnung in der Heilmittelversorgung. Die seit 2024 eingeführte Regelung ermöglicht Therapeutinnen und Therapeuten bei bestimmten Diagnosen mehr Entscheidungsspielräume hinsichtlich Art, Umfang und Frequenz der Behandlung. Die geförderten Projekte sollen untersuchen, wie sich diese neue Versorgungsform auf Behandlungsqualität, Versorgungsstandards und Wirtschaftlichkeit auswirkt.

Weitere Fördermittel fließen in Projekte zur Versorgung von Menschen mit Augenerkrankungen.

Neben den 25 themenspezifischen Vorhaben wurden weitere 20 Projekte im themenoffenen Förderbereich ausgewählt. Insgesamt waren 268 Anträge eingegangen, davon 112 in der themenspezifischen und 156 in der themenoffenen Förderbekanntmachung.

Die Auswahl erfolgte unter Einbeziehung der Empfehlungen des Expertenpools des Innovationsausschusses. Die vergleichsweise niedrige Förderquote verdeutlicht den hohen Wettbewerbsdruck innerhalb der deutschen Versorgungsforschung und die Bedeutung des Innovationsfonds als zentrales Instrument zur Förderung wissenschaftlich fundierter Weiterentwicklungen im Gesundheitswesen.

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