Pflegebudget in Krankenhäusern unter Kritik
Experten warnen vor Fehlanreizen und steigenden Kosten für die Solidargemeinschaft
Das 2020 eingeführte Pflegebudget, das die Arbeitsbedingungen und die Qualität der Pflege im Krankenhaus verbessern sollte, gerät zunehmend in die Kritik. Hintergrund ist die Praxis, Servicetätigkeiten wie Patiententransport oder Bettenreinigung aus den DRG-finanzierten Fallpauschalen herauszunehmen und in das Pflegebudget zu verschieben. Betriebsräte mehrerer Kliniken, darunter das Helios-Klinikum Erfurt, haben zuletzt in offenen Briefen auf diese „faktische Doppelfinanzierung“ hingewiesen.
Dr. Jürgen Malzahn, Leiter der Krankenhaus-Abteilung im AOK-Bundesverband, kommentiert die Situation:
„Diese Doppelfinanzierung ist ein Problem, das für die Krankenkassen zu enormen Kostensteigerungen geführt hat – ohne messbare positive Auswirkungen auf die Versorgung“, so Malzahn. Die Beträge steigen kontinuierlich: Zwischen 2020 und 2021 erhöhte sich das Pflegebudget um knapp 14 Prozent, von 2023 auf 2024 um etwa zwölf Prozent. Insgesamt schlägt das Pflegebudget jährlich mit etwa 0,1 Prozentpunkten auf den Beitragssatz der Solidargemeinschaft zu Buche…




