DKG fordert entschlossenes Handeln gegen den Fachkräftemangel in Krankenhäusern
Positionspapier macht Lösungswege deutlich – Bürokratieabbau, Digitalisierung und bessere Rahmenbedingungen zentral
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat ihr überarbeitetes Positionspapier zur Fachkräftesicherung veröffentlicht und warnt eindringlich vor den Folgen des zunehmenden Personalmangels in Krankenhäusern. Anlass ist das am 1. Oktober 2025 vom Bundeskabinett verabschiedete Berufsanerkennungsbeschleunigungsgesetz, das internationale Fachkräfte schneller in die Versorgung integrieren soll.
Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, betont:
„Der Fachkräftemangel ist noch immer die große Herausforderung in der Gesundheitspolitik. Einerseits klagen wir über zu wenig Personal, Überstunden für das vorhandene Personal und lange Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten. Andererseits leisten wir es uns, hochqualifizierte und dringend benötigte Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte mit stundenlangen und größtenteils medizinisch und pflegerisch sinnlosen Dokumentationspflichten zu binden.“
Die DKG sieht dringenden Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen:
- Reduktion der Bürokratie: Pflege- und Ärztliches Personal verbringt derzeit durchschnittlich drei Stunden täglich mit Dokumentationsaufgaben, die kaum zur Patientenversorgung beitragen.
- Ausbau funktionaler Digitalisierung: Eine leistungsfähige, finanzierte IT soll die Beschäftigten entlasten und Abläufe effizienter gestalten.
- Modernisierung von Berufsgesetzen und Ausbildungsordnungen: Anpassung an aktuelle Versorgungsrealitäten, um Fachkräfte besser einzusetzen.
- Nutzung erweiterter Kompetenzen: Krankenhauspersonal soll stärker heilkundliche Tätigkeiten eigenverantwortlich ausüben können, flankiert vom Gesetzentwurf zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege.
- Nachhaltige Finanzierung von Springerpools: Um Leiharbeit zu reduzieren und Qualität in den Kliniken zu sichern.
- Attraktivere Arbeitsbedingungen: Verbesserung der Führungskultur, Einbindung der Beschäftigten in Entscheidungsprozesse und Schaffung einer Kultur der Augenhöhe.
Prof. Neumeyer unterstreicht:
„Wir nehmen uns aber auch selbst in die Verantwortung. Die Krankenhäuser müssen sich selbst dazu verpflichten, hervorragende Arbeitgeber zu sein. Wir sind bereit, unseren Teil zu leisten, doch wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die es uns ermöglichen, Fachkräfte zu gewinnen, zu halten und zu schützen.“
Mit dem Positionspapier sendet die DKG ein klares Signal: Fachkräftesicherung erfordert koordinierte politische Maßnahmen und interne Optimierungen, um die medizinische Versorgung in Deutschland langfristig sicherzustellen.




