Aktualisierte S3-Leitlinie „Multimorbidität“ in Konsultationsfassung veröffentlicht

DEGAM und DGOU betonen patientenzentrierte Versorgung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die S3-Living-Guideline „Multimorbidität“ aktualisiert und die Konsultationsfassung zur Kommentierung auf ihrer Website veröffentlicht. Interessierte Fachkreise und Expert:innen können bis zum 31. August 2025 Stellungnahmen abgeben.

Im Fokus der Leitlinie steht die patientenzentrierte Versorgung von Menschen mit Multimorbidität, insbesondere durch eine intensive Kommunikation zwischen Patient:innen und Ärzt:innen sowie durch gemeinsame Entscheidungsfindung. Die überarbeitete Version empfiehlt den Einsatz eines sogenannten Meta-Algorithmus, der die individuellen Behandlungspräferenzen der Patient:innen mit ärztlichen Zielsetzungen zur Vermeidung von gefährlichen Krankheitsverläufen in Einklang bringt – und damit über den einfachen Symptom-Algorithmus hinausgeht.

Neu aufgenommen wurden zudem Empfehlungen zur Anpassung der Medikation sowie zur kontinuierlichen Beurteilung psychischer Begleiterkrankungen, Sturzrisiken und Schmerzen. Ergänzend flossen klimatische Aspekte und Qualitätsindikatoren als weitere Kapitel in die Leitlinie ein.

Die Leitliniengruppe unterstreicht die essenzielle Kooperation zwischen Hausärzt:innen und Fachspezialist:innen, um eine optimale Versorgung der multimorbiden Patient:innen sicherzustellen.