S3-Leitlinie Mammakarzinom aktualisiert: Personalisierte Therapien im Fokus

Neue Empfehlungen zu Diagnostik, Screening und Deeskalation operativer Maßnahmen sollen Versorgung verbessern

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms aktualisiert. Ziel ist eine verbesserte Versorgung von Brustkrebspatientinnen und -patienten durch personalisierte Therapien, schonendere Verfahren und gezielte medikamentöse Strategien.

Die Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) sowie der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., unter Mitwirkung von 47 weiteren Fachgesellschaften. Finanziert wurde die Aktualisierung von der Deutschen Krebshilfe.

Wesentliche Neuerungen betreffen unter anderem die genetische Beratung, Deeskalationsstrategien bei lokalen Therapien und die Integration neuer medikamentöser Therapien. Etwa 30 Prozent aller Brustkrebspatientinnen erfüllen Kriterien für genetische Tests, die Leitlinie gibt hierfür aktualisierte Empfehlungen. Zudem sollen Sentinel-Lymphknotenbiopsien und axilläre Lymphknotenentfernungen bei bestimmten Patientinnen entbehrlich sein, um operative Eingriffe und Komplikationen wie Lymphödeme zu vermeiden.

Ein Schwerpunkt liegt auf molekulargenetischen Markern, die eine präzisere Auswahl von Therapien erlauben, etwa CDK4/6-Inhibitoren bei HR-positiv/HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs oder PARP-Inhibitoren bei BRCA1/2-Mutationen. Auch neue Therapiepfade für HER2-low, PIK3CA-mutierte oder BRCA-defiziente Tumore sind integriert. Darüber hinaus behandelt die Leitlinie erstmals Brustkrebs bei Transpersonen, Brustrekonstruktion und seltene Tumorentitäten.

„Die neue S3-Leitlinie bringt eine klarere Ausrichtung auf personalisierte Behandlungsstrategien, reduziert überflüssige Eingriffe und integriert gezielt neue Wirkstoffe für definierte Patientinnen- und Patientengruppen“, betont Professor Achim Wöckel, Universitätsklinikum Würzburg, einer der Leitlinienkoordinatoren.

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