Verunsicherung bei Thüringen-Kliniken: ver.di kritisiert Umgang mit Umstrukturierung
Gewerkschaft warnt vor Kündigungen und bereitet sich auf schwierige Tarifverhandlungen vor
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zeigt sich tief besorgt über die laufenden Umstrukturierungen an den Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck. Nach Informationen der Gewerkschaft sind mehr als 50 Stellen betroffen, teilweise durch Versetzungen auf unzumutbare Arbeitsplätze, die aus gesundheitlichen oder qualifikatorischen Gründen nicht erfüllbar seien.
Gewerkschaftssekretär Philipp Motzke kritisiert, dass betriebsbedingte Kündigungen offiziell ausgeschlossen, in der Praxis jedoch de facto möglich gemacht würden: „Wir kennen bereits mindestens einen Fall.“ Zudem seien Belegschaft und Betriebsrat nicht vollständig informiert worden, was die Situation zusätzlich anspanne. Besonders kritisch sieht ver.di den Einsatz eines externen Anwalts zur Gesprächsführung mit den Betroffenen und den Versuch, schnelle Entscheidungen zu erzwingen.
Die Gewerkschaft moniert, dass Einsparungen vor allem zulasten der unteren Entgeltgruppen gehen sollen – ein Vorgehen, das sozialpartnerschaftlichen Grundsätzen widerspreche. Im Vorfeld der für den 9. Mai 2025 anberaumten Tarifverhandlungen kündigt ver.di an, sich auf eine verschärfte Auseinandersetzung vorzubereiten, falls keine einvernehmlichen Lösungen im Sinne der Beschäftigten gefunden werden.
Ziel bleibe es, die Thüringen-Kliniken in kommunaler Hand zu halten und sozialverträgliche Lösungen gemeinsam zu entwickeln – bislang werde dies vonseiten der Geschäftsführung aber nicht wahrgenommen, so ver.di.







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