Universitätsmedizin Magdeburg bündelt Krebsversorgung in neuer Klinik
Interdisziplinäre Einheit für Hämatologie, Onkologie, Zell- und Strahlentherapie soll Versorgung und Forschung stärken
Die Universitätsmedizin Magdeburg hat ihre Kliniken für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie sowie für Strahlentherapie zusammengeführt und eine neue interdisziplinäre Universitätsklinik eröffnet. Ziel ist es, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen zu optimieren, wissenschaftliche Synergien zu nutzen und bundesweit ein bislang einzigartiges Versorgungsmodell zu etablieren.
Die Leitung der neuen Klinik übernimmt Prof. Dr. Mougiakakos, bisher Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie. Er verantwortet weiterhin den Bereich Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie, während Privatdozent Dr. Medenwald die Strahlentherapie leitet. Beide Kliniken betreuen häufig dieselben Patientinnen und Patienten und arbeiten in Bereichen wie Chemotherapie, Immuntherapie, Zelltherapie und Strahlentherapie eng zusammen. Durch die Bündelung der Kompetenzen sollen die Abstimmung komplexer Behandlungspläne verbessert, innovative Therapieansätze schneller umgesetzt und die Qualität der Versorgung erhöht werden.
Als internationales Vorbild dient das Radiumhemmet am Karolinska Institut in Schweden, wo medikamentöse Onkologie und Strahlentherapie eng verzahnt sind. Die Universitätsmedizin Magdeburg übernimmt dieses Modell und strebt eine ähnliche Verzahnung von Patientenversorgung und klinischer Forschung an. Eine zentrale Maßnahme ist die Einrichtung einer gemeinsamen Ambulanz, die interdisziplinäre Betreuung von Patientinnen und Patienten gewährleistet. Ergänzend wurde eine abteilungsübergreifende Chemotherapie-Einheit aufgebaut. Zudem wurde ein gemeinsames Sarkomzentrum gegründet und zertifiziert, um regionale Patientenströme zu bündeln und die Zusammenarbeit mit überweisenden Ärztinnen und Ärzten zu stärken.
Die neue Klinik soll nicht nur die Behandlung verbessern, sondern auch wissenschaftliche Synergien schaffen. Insbesondere der Bereich Strahlenimmunbiologie wird strukturell gestärkt, um innovative Zell- und Immuntherapien schneller in die klinische Anwendung zu überführen. Gleichzeitig werden Geräte und Infrastruktur gemeinsam genutzt, personelle Kapazitäten besser abgestimmt und klinische Studien koordiniert, wodurch Betriebskosten gesenkt und der Zugang zu innovativen Therapien erleichtert werden. Optimierte Patientenpfade sollen Behandlungszeiten verkürzen und die Versorgungsqualität erhöhen.
Mit der Zusammenführung positioniert sich die Universitätsmedizin Magdeburg als führendes Zentrum für innovative Krebstherapie in Deutschland. Neben der verbesserten Patientenversorgung erhöht die neue Universitätsklinik die internationale Sichtbarkeit der Einrichtung und bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Plattform für zukunftsweisende Forschung.




