Sachsen-Anhalt verzeichnet 2025 historisches Geburtendefizit
Rückgang der Lebendgeburten trifft auf steigende Sterbefälle – demografischer Trend verschärft sich
In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Lebendgeburten im Jahr 2025 erneut deutlich gesunken, während gleichzeitig die Sterbefälle angestiegen sind. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 11.978 Kinder lebend geboren, was einem Rückgang von 548 Geburten beziehungsweise 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend bei den Geburten fort und erreicht ein neues Allzeittief seit der Wiedervereinigung.
Parallel dazu stieg die Zahl der Sterbefälle im Jahr 2025 auf 34.865 Personen. Dies entspricht einem Zuwachs von 660 Fällen beziehungsweise 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während in den Jahren 2022 bis 2024 noch ein rückläufiger Trend bei den Sterbefällen beobachtet worden war, zeigt sich 2025 wieder eine moderate Zunahme der Mortalität.
Die gegenläufige Entwicklung von sinkenden Geburten und steigenden Sterbefällen führt zu einer deutlichen Verschärfung des Geburtendefizits. Im Jahr 2025 lag dieses bei 22.887 Personen. Damit hat sich die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen um 1.208 Personen vergrößert und erreicht den höchsten jemals für Sachsen-Anhalt seit 1990 berechneten Wert.
Besonders deutlich wird die demografische Entwicklung im längerfristigen Vergleich: Seit 2016 ist die Zahl der Lebendgeburten um insgesamt 6.114 Kinder beziehungsweise 33,8 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt die Bevölkerungsstruktur durch eine alternde Bevölkerung geprägt, was sich zunehmend auf die Sterbefallzahlen auswirkt.
Regional zeigen sich innerhalb des Landes deutliche Unterschiede. Die meisten Geburten wurden 2025 in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) registriert, während lediglich die Landeshauptstadt Magdeburg einen leichten Anstieg der Geburten um 5,9 Prozent verzeichnen konnte. In allen übrigen Landkreisen und kreisfreien Städten gingen die Geburtenzahlen zurück, besonders stark im Burgenlandkreis, im Landkreis Wittenberg sowie im Landkreis Harz.
Auch bei den Sterbefällen ist das Bild regional heterogen. Während in einigen Regionen leichte Rückgänge verzeichnet wurden, stiegen die Sterbefallzahlen in der Mehrheit der Landkreise an. Besonders deutlich fiel der Anstieg im Landkreis Wittenberg aus, wo ein Zuwachs von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert wurde.




