Tirschenreuth: Kliniken Nordoberpfalz planen neue Notfallstruktur

KNO-Vorstand Ralph Junghans erläutert Strukturreform im Stadtrat – Notfallambulanz und ambulante Angebote sollen enger verzahnt werden

Die Kliniken Nordoberpfalz (KNO) wollen die Notfallversorgung am Krankenhaus Tirschenreuth im Zuge ihrer Strukturreform weiterentwickeln. Vorstand Ralph Junghans erläuterte die geplanten Veränderungen in einer Sitzung des Tirschenreuther Stadtrats. Künftig soll der Standort als Orthopädie- und Endoprothetikzentrum ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen die Notfallambulanz, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) und der ärztliche Bereitschaftsdienst stärker miteinander verbunden werden.

Wie die Regionalzeitung Der neue Tag am 30. Oktober berichtet, stellte sich Junghans im Stadtrat rund 90 Minuten lang den Fragen zur künftigen Versorgung am Standort. Die geplante Neuordnung der Kliniken Nordoberpfalz hatte zuletzt erhebliche Diskussionen über die Erreichbarkeit und Leistungsfähigkeit der Notfallversorgung ausgelöst.

Gemeinsame Anlaufstelle für ambulante Notfälle

Das vom KNO-Aufsichtsrat im September beschlossene Zukunftskonzept sieht vor, die ambulanten Versorgungsangebote am Krankenhaus Tirschenreuth nach dem Prinzip „Ein Eingang – eine Anlaufstelle“ zu bündeln.

Notfallambulanz, MVZ, niedergelassene Ärzte und der kassenärztliche Bereitschaftsdienst sollen dadurch organisatorisch enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, Patienten entsprechend ihrem Behandlungsbedarf schneller dem geeigneten Versorgungsangebot zuzuordnen.

Die Versorgung leichterer Verletzungen sowie die Behandlung von Arbeits- und Schulunfällen sollen am Standort weiterhin möglich sein. Schwerwiegende Notfälle wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder schwere Traumata sollen dagegen unverändert in entsprechend ausgestatteten Schwerpunktkliniken behandelt werden, insbesondere am Klinikum Weiden.

Nach Angaben des Landkreises eröffnet die Verlagerung der Orthopädie nach Tirschenreuth zudem Möglichkeiten, gemeinsam mit der Integrierten Leitstelle über weitere Verbesserungen der Notfallversorgung zu verhandeln. (1)

Orthopädie wird in Tirschenreuth konzentriert

Mit der Strukturreform erhält Tirschenreuth einen neuen stationären Schwerpunkt. Die bislang an anderen KNO-Standorten erbrachten orthopädischen und endoprothetischen Leistungen sollen hier konzentriert werden. Im Gegenzug wird die Akutgeriatrie nach Kemnath verlagert. Die geriatrische Rehabilitation aus Erbendorf soll voraussichtlich 2029 folgen.

Das Konzept wurde am 24. September 2026 vom KNO-Aufsichtsrat beschlossen. Die ersten strukturellen Veränderungen sind ab Frühjahr 2027 vorgesehen. Die erforderlichen krankenhausplanerischen Entscheidungen des Freistaats Bayern stehen noch aus. (2)

Wie die künftige Notfallversorgung personell und organisatorisch im Einzelnen ausgestaltet wird, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Der Klinikverbund setzt auf eine engere Verzahnung ambulanter und stationärer Angebote sowie die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Vertragsärzten.