Kliniken Nordoberpfalz (KNO) verlagern Orthopädie nach Tirschenreuth und Geriatrie nach Kemnath
Beide Standorte werden zu Fachkrankenhäusern – Allgemein- und Viszeralchirurgie wechselt von Kemnath nach Weiden, Umsetzung ab Ende März 2027
Die Kliniken Nordoberpfalz (KNO) ordnen die stationäre Versorgung im Landkreis Tirschenreuth erneut grundlegend neu. Kemnath soll künftig als Fachkrankenhaus für Innere Medizin und Akutgeriatrie geführt werden, während Tirschenreuth zum zentralen Orthopädie- und Endoprothetikstandort des Verbunds ausgebaut wird. Die wesentlichen Veränderungen sollen Ende März 2027 umgesetzt werden.
Der KNO-Aufsichtsrat hat das Zukunftskonzept am 24. September einstimmig beschlossen. Beide Krankenhausstandorte sollen erhalten bleiben, ihre medizinischen Profile werden jedoch neu zugeschnitten.
Orthopädie wird in Tirschenreuth gebündelt
Die bislang in Kemnath und Weiden angesiedelte stationäre Orthopädie und Endoprothetik soll künftig in Tirschenreuth konzentriert werden. Vorgesehen sind zunächst 40 stationäre Betten. Dafür sollen insbesondere die bereits 2020 modernisierten OP-Säle genutzt werden.
Die Verlagerung bedeutet auch einen deutlichen Einschnitt für Kemnath: Neben Orthopädie und Endoprothetik wird die Allgemein- und Viszeralchirurgie von dort nach Weiden verlagert. Ambulante Operationen sollen in Kemnath weiterhin möglich sein.
Im Gegenzug wechselt die Akutgeriatrie von Tirschenreuth nach Kemnath und wird dort mit der Inneren Medizin verbunden. Internistische Notfälle sollen weiterhin rund um die Uhr ambulant und stationär versorgt werden. Patienten mit chirurgischen oder orthopädischen Beschwerden können weiterhin untersucht werden; ist eine stationäre chirurgische Behandlung erforderlich, soll die Weiterleitung an einen geeigneten Standort organisiert werden.
Geriatrische Reha zieht 2029 nach Tirschenreuth
Für Tirschenreuth ist neben dem neuen orthopädischen Schwerpunkt eine weitere Veränderung vorgesehen: Ab 2029 soll die geriatrische Rehabilitation mit 80 Betten von Erbendorf nach Tirschenreuth verlagert werden. Entsprechende Umbauplanungen bestehen bereits. Für das ursprünglich als Zentrum für ambulante Operationen und Geriatrie geplante Vorhaben hatte die KNO 2025 Investitionen von rund 17,9 Millionen Euro angegeben.
Auch die Notfallstrukturen in Tirschenreuth sollen neu organisiert werden. MVZ, Notfallambulanz, niedergelassene Ärzte und KV-Bereitschaft sollen nach dem Prinzip „Ein Eingang – eine Anlaufstelle“ stärker räumlich und organisatorisch gebündelt werden.
KNO reagiert auf neue Krankenhausvorgaben
Nach Darstellung von KNO und Landkreis machen die seit der letzten Strukturentscheidung 2024 veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen eine erneute Neuordnung erforderlich. Ohne Anpassung sei insbesondere der Krankenhausstandort Kemnath ab Ende 2027 gefährdet.
Bemerkenswert ist dabei der Richtungswechsel in Tirschenreuth: Noch 2025 hatte die KNO den Standort als künftiges Zentrum für ambulante Operationen und Geriatrie beschrieben. Mit dem neuen Konzept erhält Tirschenreuth nun wieder einen ausgeprägten stationären Schwerpunkt in Orthopädie und Endoprothetik.




