Klinikum Penzberg: SÜV-Umwandlung wegen Bettenzahl gefährdet
Starnberger Kliniken fordern mindestens 30 bis 40 Betten für wirtschaftlichen Betrieb – bei Scheitern droht erneut Schließungsdiskussion
Die geplante Umwandlung des Krankenhauses Penzberg in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) zum 1. Januar 2027 ist weiterhin unsicher. Nach Angaben der Starnberger Kliniken sind bislang lediglich 27 Betten vorgesehen. Der Betreiber hält dagegen mindestens 30 bis 40 Betten für erforderlich, um den künftigen Betrieb wirtschaftlich tragfähig gestalten zu können. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte erneut eine vollständige Schließung des Krankenhauses zur Diskussion stehen.
Wie der Münchner Merkur über eine Sitzung des Penzberger Stadtrats berichtet, verhandeln die Starnberger Kliniken derzeit mit dem bayerischen Gesundheitsministerium über die künftige Bettenzahl. Der entsprechende Antrag auf Umwandlung in eine SÜV wurde bereits Ende September eingereicht und am 8. Oktober vom Aufsichtsrat des Klinikverbunds bestätigt. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Betreiber sieht wirtschaftlichen Betrieb mit 27 Betten gefährdet
Geschäftsführerin Sarah Ertl erklärte im Stadtrat, dass ein Betrieb mit lediglich 27 Betten wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Auch die bisher diskutierten Personalvorgaben mit einer ärztlichen Präsenz von acht Stunden täglich und einer aus ihrer Sicht zu geringen Pflegebesetzung hält sie für unzureichend. Nach ihren Angaben haben die Starnberger Kliniken deshalb die Schiedsstelle angerufen.
Derzeit verfügt das Krankenhaus über 100 Betten. Nach Angaben der Geschäftsführung sind üblicherweise zwischen 42 und 48 Patienten gleichzeitig stationär aufgenommen. Eine künftige Ausstattung mit rund 40 Betten würde nach ihrer Einschätzung weitgehend dem verbleibenden stationären Versorgungsbedarf entsprechen.
Stationäre Chirurgie und Intensivstation sollen entfallen
Mit der Umwandlung würde das Krankenhaus seinen bisherigen Versorgungsauftrag deutlich verändern. Die stationäre Chirurgie, die Intensivstation und die Notaufnahme mit 24-Stunden-Betrieb sollen entfallen.
Erhalten bleiben sollen die stationäre Innere Medizin einschließlich einer altersmedizinischen Grundversorgung, eine täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnete Ambulanz und ambulante Operationen. Auch das Medizinische Versorgungszentrum sowie bestehende fachärztliche Angebote sollen fortgeführt werden.
Von den rund 250 Beschäftigten arbeiten nach Angaben der Geschäftsführung etwa 100 in Bereichen, die mit der neuen Versorgungsstruktur wegfallen würden. Ihnen sollen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. (1)
Entscheidung über SÜV-Status im Dezember erwartet
Die Starnberger Kliniken rechnen im Dezember mit einer Entscheidung des Gesundheitsministeriums. Sollte die Umwandlung zum 1. Januar 2027 nicht möglich sein, käme gegebenenfalls ein neuer Antrag für 2028 infrage.
Angesichts der bestehenden wirtschaftlichen Defizite müsste dann nach Aussage der Verantwortlichen allerdings erneut über eine Schließung des Standorts beraten werden.
Der Fall Penzberg verdeutlicht die wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Umwandlung kleiner Krankenhäuser in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen. Neben dem künftigen Leistungsspektrum sind insbesondere die Bettenzahl, die Personalvorhaltung und die daraus resultierenden Vergütungsmöglichkeiten entscheidend für die Tragfähigkeit des neuen Versorgungsmodells.







