Rems-Murr-Kliniken eröffnen Europas modernste Laborstraße
Neue Siemens-Technologie in Winnenden automatisiert Labordiagnostik und stärkt Klinikverbund
Die Rems-Murr-Kliniken haben am Standort Winnenden eine hochmoderne Laborstraße der neuesten Generation in Betrieb genommen. Die gemeinsam mit Siemens Healthineers entwickelte Automation soll die Diagnostik beschleunigen, Prozesse effizienter gestalten und die standortübergreifende Versorgung zwischen Winnenden und Schorndorf weiter stärken.

Landrat Dr. Richard Sigel (rechts) und Klinik-Geschäftsführer André Mertel (links) informieren sich bei Chefarzt Dr. Dr. Hannes Wickert über die neue FlexLab-X-Automation im Laborbereich.
Foto: © RMK / Fuchs
Mit der neuen Laborautomation „FlexLab X“ verfügen die Rems-Murr-Kliniken nach eigenen Angaben über eine der modernsten Laborstraßen Europas. Für das Klinikum Winnenden wurde erstmals in einem deutschen Krankenhaus eine Anlage dieser Serie umgesetzt. Mehr als 16 Module wurden individuell an die Anforderungen des Klinikums angepasst und in Zusammenarbeit von Labor, Medizintechnik, Technik und IT integriert.
Die automatisierte Prozesskette übernimmt zahlreiche Arbeitsschritte, die bislang manuell durchgeführt werden mussten. Eingehende Blutproben werden nach der Anlieferung über die Rohrpost automatisch identifiziert, sortiert, zentrifugiert, analysiert und anschließend archiviert. Die Laborfachkräfte begleiten die Prozesse weiterhin fachlich, kommen jedoch mit den Proben nach der Vorbereitung nicht mehr direkt in Kontakt.
Für die medizinische Versorgung bedeutet die neue Technik vor allem schnellere und verlässlichere Ergebnisse. Gerade in zeitkritischen Bereichen wie der Notaufnahme oder der Intensivmedizin kann eine beschleunigte Labordiagnostik entscheidend für Therapieentscheidungen sein.
Investition trotz wirtschaftlicher Herausforderungen
Die Investition erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Belastungen für Krankenhäuser. Landrat Dr. Richard Sigel, Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken, sieht gerade in der aktuellen Situation die Notwendigkeit strategischer Investitionen.
„Krisen bewältigt man nicht mit Zaudern und Kaputtsparen, sondern indem wir an den richtigen Stellen konsolidieren oder eben in die Zukunft investieren“, erklärte Sigel. Die moderne Labormedizin sei dabei ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Weiterentwicklung des Klinikverbunds.
Auch Klinikgeschäftsführer André Mertel betont die Bedeutung der standortübergreifenden Struktur. Die Rems-Murr-Kliniken entwickeln ihre Standorte Winnenden und Schorndorf als gemeinsames medizinisches Netzwerk weiter. Die Labormedizin sei hierfür ein Beispiel, da sie als zentrale Schnittstelle zahlreiche Fachbereiche unterstütze.
Effizienz durch Automatisierung und neue Versorgungsmodelle
Neben medizinischen Vorteilen soll die neue Laborstraße auch wirtschaftliche Effekte erzielen. Die Rems-Murr-Kliniken nutzen weiterhin ein Pay-per-Use-Modell, bei dem neben einer Grundmiete nur tatsächlich genutzte Leistungen vergütet werden.
Dr. Dr. Hannes Wickert, standortübergreifender Chefarzt der Laboratoriumsmedizin, sieht insbesondere Vorteile bei Prozessqualität und Ressourcenschonung. Durch die Automatisierung könnten Fehlerquoten reduziert, Probenmaterial eingespart und zusätzliche Untersuchungen länger ermöglicht werden. Im neuen Kühlarchiv bleiben Proben bis zu sechs Tage verfügbar, sodass Fachabteilungen bei Bedarf weitere Analysen durchführen können, ohne erneut Blut abnehmen zu müssen.
Jährlich werden in den Laboren der Rems-Murr-Kliniken rund drei Millionen Laboranalysen durchgeführt und etwa 5.000 Blutprodukte für Patientinnen und Patienten bereitgestellt. Die neue Technologie soll die diagnostische Leistungsfähigkeit des Klinikverbunds langfristig sichern.




