Privatkliniken treiben KI-Innovationen im Klinikalltag voran

VPKA Bayern sieht SchönGPT als Beispiel für praxisnahe Digitalisierung und fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Privat getragene Kliniken übernehmen nach Einschätzung des Verbands der Privatkrankenanstalten in Bayern eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Technologien für die Gesundheitsversorgung. Als aktuelles Beispiel nennt der VPKA Bayern die unternehmenseigene KI-Plattform SchönGPT der Schön Klinik Gruppe, die allen rund 14.000 Beschäftigten zur Verfügung steht.

Künstliche Intelligenz, Robotik und digital unterstützte Versorgungsprozesse gewinnen im Krankenhaus zunehmend an Bedeutung. Der Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern (VPKA Bayern) verweist dabei auf seine Mitgliedseinrichtungen, die neue Technologien nicht nur einsetzen, sondern teilweise selbst entwickeln, im klinischen Alltag erproben und anschließend innerhalb ihrer Strukturen ausrollen. Als Beispiel stellt der Verband die KI-Plattform SchönGPT der Schön Klinik Gruppe heraus. Die unternehmenseigene Lösung soll Beschäftigte in Medizin, Pflege, Therapie und Verwaltung bei zeitaufwendigen Routinetätigkeiten unterstützen.

Mittlerweile steht die Plattform nach Angaben des Verbandes allen rund 14.000 Mitarbeitenden der Klinikgruppe zur Verfügung. Aus konkreten Anforderungen des Klinikalltags seien bereits mehr als 60 spezialisierte KI-Agenten entstanden.

Mehr als 60 KI-Agenten unterstützen Klinikbeschäftigte

Die Anwendungen übernehmen unterschiedliche unterstützende Aufgaben. So können sie beispielsweise Arztbriefe vorstrukturieren, Verträge zusammenfassen oder erste Entwürfe für Dienstpläne erstellen. Eine Besonderheit sieht der VPKA Bayern in der technischen Umsetzung. SchönGPT werde vollständig innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur betrieben. Vertrauliche Inhalte sollen das Unternehmen damit nicht verlassen.

Medizinische Entscheidungen werden nach Angaben des Verbandes ausdrücklich nicht von der KI getroffen. Die Prüfung und Bewertung der Ergebnisse sowie die Verantwortung verbleiben bei den Beschäftigten. Organisatorisch wird der Einsatz durch Schulungen, verbindliche Nutzungsrichtlinien, ein Risikomanagement und ein regelmäßig tagendes KI-Board begleitet.

VPKA-Geschäftsführer Michael Strobach sieht SchönGPT exemplarisch für die Rolle privat getragener Kliniken bei der technologischen Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Auch andere Mitgliedseinrichtungen entwickelten und erprobten neue medizinische und therapeutische Verfahren, digitale Technologien sowie Versorgungskonzepte.

Dabei dürfe der Einsatz neuer Technologien kein Selbstzweck sein. Im Mittelpunkt müssten Verbesserungen medizinischer und therapeutischer Prozesse, sicherere und effizientere Abläufe sowie eine Entlastung der Beschäftigten stehen, damit mehr Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung stehe.

VPKA fordert Spielräume für Innovationen

Der Verband verbindet den Verweis auf die Innovationsprojekte zugleich mit einer gesundheitspolitischen Forderung. Privat getragene Einrichtungen handelten einerseits in unternehmerischer Verantwortung, übernähmen andererseits aber auch Verantwortung für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Damit Kliniken diese Rolle weiterhin wahrnehmen könnten, seien ausreichende finanzielle und regulatorische Handlungsspielräume sowie verlässliche Rahmenbedingungen notwendig, betont Strobach.

Der zunehmende Einsatz von KI im Krankenhaus zeigt zugleich, dass sich die Diskussion inzwischen von einzelnen Pilotprojekten hin zu konkreten Anwendungen im Klinikbetrieb entwickelt. Neben der technischen Leistungsfähigkeit gewinnen dabei insbesondere Datenschutz, Informationssicherheit, Governance und die klare Zuordnung menschlicher Verantwortung an Bedeutung.