Marienhospital Stuttgart startet Eigenverwaltung zur Sanierung

Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH beantragt Insolvenzverfahren – Klinikbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH hat am 17. Juni 2026 beim Amtsgericht Stuttgart die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht ordnete das Verfahren antragsgemäß unter der bisherigen Geschäftsführung an. Ziel ist eine geordnete Restrukturierung der Unternehmensgruppe, zu der auch das Marienhospital Stuttgart gehört.

Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH hat ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet, um eine umfassende Sanierung und strukturelle Neuaufstellung der Klinikgruppe zu ermöglichen. Das Amtsgericht Stuttgart hat den Antrag bestätigt und die vorläufige Eigenverwaltung unter der bestehenden Geschäftsführung angeordnet. Damit bleibt die operative Leitung im Unternehmen, während der Restrukturierungsprozess durch das Gericht überwacht wird.

Nach Angaben der Geschäftsführung ist der Schritt Teil einer bewusst gewählten Sanierungsstrategie. Ziel sei es, notwendige strukturelle Anpassungen unter geordneten rechtlichen Rahmenbedingungen umzusetzen und gleichzeitig die Versorgungsleistungen stabil aufrechtzuerhalten. Die Leitung betont, dass der Klinikbetrieb an allen Standorten uneingeschränkt fortgeführt wird und die Patientenversorgung nicht beeinträchtigt sei.

Seit April 2026 wird die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH von einer Interims-Geschäftsführung unter Dr. Jan Schlenker und Michael Kilb von der Managementberatung Borchers & Kollegen geführt. Beide sollen den Restrukturierungsprozess organisatorisch begleiten und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens vorantreiben. Unterstützt wird das Verfahren durch einen Restrukturierungsbevollmächtigten aus dem Bereich Insolvenz- und Sanierungsrecht.

Das Eigenverwaltungsverfahren umfasst sämtliche Einrichtungen der Klinikgruppe. Neben dem Marienhospital Stuttgart gehören dazu auch weitere Standorte sowie Einrichtungen der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH. Insgesamt sind rund 3.000 Mitarbeitende von dem Verfahren betroffen. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft im Rahmen interner Veranstaltungen über die nächsten Schritte und den weiteren Ablauf.

Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei GRUB BRUGGER. Seine Aufgabe besteht darin, das Verfahren zu begleiten, die Interessen der Gläubiger zu wahren und den Sanierungsprozess zu überwachen. Parallel dazu wird die wirtschaftliche Entwicklung der Klinikgruppe eng durch externe Berater begleitet.

Hervorgehoben wird von der Unternehmensleitung, dass das Verfahren keine Auswirkungen auf die medizinische Versorgung hat. Auch das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Marienhospitals ist von der Insolvenz nicht betroffen. Ebenso bleiben weitere Einrichtungen der Vinzenz von Paul Gruppe außerhalb des Verfahrens, sofern sie rechtlich eigenständig organisiert sind.

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